1996 eröffnete Cape Grace an der V&A Waterfront. Drei Jahrzehnte später ist das Jubiläum ein guter Anlass, Kapstadt von hier aus neu zu entdecken.
Als Cape Grace 1996 an der V&A Waterfront eröffnete, sah Kapstadt noch anders aus als heute. Dreißig Jahre später steht das Hotel noch immer am selben Platz, während sich rundherum viel verändert hat. Afrikanische Kunst begegnet einem längst nicht mehr nur im Museum, Kapstadts Restaurants haben sich international einen Namen gemacht. Und hinter dem Tafelberg warten noch immer die Winelands – vertraut und doch ständig in Bewegung. Der 30. Geburtstag des Cape Grace ist ein guter Anlass, die Stadt einmal von hier aus neu zu entdecken.
Entworfen vom südafrikanischen Architekten Louis Karol, gehört Cape Grace seit 1996 zur V&A Waterfront. Manche Mitarbeiter begleiten das Haus seit Jahrzehnten. Zuletzt hat das Londoner Designstudio 1508 London die Innenräume neu gestaltet und dabei Farben und Motive aufgegriffen, die unmittelbar vor der Haustür zu finden sind: die Fynbos-Vegetation der Kapregion, die Küste und den Hafen.
Besonders viel hat sich in diesen drei Jahrzehnten in der Wahrnehmung afrikanischer Kunst getan. Im Cape Grace ist sie heute Teil des Hauses. Sämtliche Werke der Sammlung stammen von Künstlern aus Afrika, überwiegend aus Südafrika; viele wurden eigens für jene Räume geschaffen, in denen sie hängen. Kuratiert wird die Sammlung von Lezanne van Heerden. Eine Zusammenarbeit mit der Norval Foundation bringt darüber hinaus Arbeiten aus dem Museum ins Hotel. Zu sehen sind unter anderem Werke von Galia Gluckman und Lulama Wolf sowie Leihgaben von Nicholas Hlobo und Zanele Muholi.
Auch kulinarisch blickt das Hotel längst über die eigenen Restaurants hinaus. Chefkoch Wesli Jacobs lädt Winzer aus der Kapregion zu gemeinsamen Abenden ein, internationale Gastköche kommen für Four-Hands-Dinner nach Kapstadt. Dass dabei Produzenten und Köche aus der Region eine wichtige Rolle spielen, passt zu einer Stadt, deren gastronomische Entwicklung eng mit dem Western Cape und seinen Weingütern verbunden ist.
Dabei liegt vieles, was Kapstadt ausmacht, nur eine kurze Fahrt vom Hotel entfernt. Am frühen Morgen führen Wanderungen auf den Lion’s Head oder den Tafelberg, bevor die Wege voller werden. An der Küste beginnt später im Jahr die Saison der Südlichen Glattwale und Buckelwale. Und dann sind da natürlich die Winelands, die seit Generationen zu einer Reise ans Kap gehören.
Ab 2027 wird Cape Grace mit Klein Constantia zusammenarbeiten. Gäste sollen das historische Weingut bei privaten Fahrten durch die Weinberge und Verkostungen kennenlernen können. Klein Constantia gehört zu jenen Namen, die weit über Südafrika hinaus bekannt sind: Bereits im 18. und 19. Jahrhundert wurde der süße Constantia-Wein nach Europa exportiert.
Nach 30 Jahren ist Cape Grace damit ein interessanter Ausgangspunkt, um zu sehen, wie viel sich in Kapstadt verändert hat und was geblieben ist. Das Hotel blickt noch immer auf den Yachthafen und den Tafelberg. Doch wer heute von hier aus in die Stadt aufbricht, entdeckt ein anderes Kapstadt als 1996.
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