Killa Design bringt mit Projekten wie dem Jumeirah Marsa Al Arab, den Zamani Islands Residences oder dem Wellness Hotel Leyja visionäre Architektur auf ein neues Level – eine perfekte Mischung aus Luxus, Innovation und ästhetischer Raffinesse.
Wer Dubai kennt, weiß, wie schwer es ist, sich aus der Fülle neuer Hotels und Bauten hervorzuheben. Killa Design gelingt das erstaunlich gut. Auch die jüngsten Projekte des Büros wie das Shebara Resort und das Jumeirah Marsa Al Arab hinterlassen architektonische Spuren – prägnant, zukunftsgewandt und stets im Dialog mit ihrer Umgebung.
Aufbauende Statements
Das Shebara Resort am Roten Meer in Saudi-Arabien zeigt das beispielhaft: Organisch geformte Villen mit reflektierenden Fassaden greifen die Dünenlandschaft auf. Modular vorgefertigt und mit autarkem Energie- und Wasserkonzept ausgestattet, steht es für einen bewussten Umgang mit Ressourcen. Das Jumeirah Marsa Al Arab ergänzt Dubais Skyline um ein Statement. Inspiriert von der Silhouette einer Superyacht, verbinden geschwungene Linien und großzügige Glasflächen eindrucksvolle Ausblicke mit einem Licht- und Raumkonzept, das Innen und Außen verschmelzen lässt.
In einer felsigen Schlucht Saudi-Arabiens werden gerade mit den Leyja Hotels drei Häuser, die Aktivität, Achtsamkeit sowie Naturerlebnis thematisieren, realisiert. Die Architektur folgt der Topografie und verzichtet auf massive Eingriffe – es entstehen stille, meditative Räume zwischen Fels und Himmel. Auf den Malediven entsteht derzeit das solarbetriebene Resort Zamani Islands, dessen Eröffnung für 2026 geplant ist. Die wellenförmigen Dächer sammeln Regenwasser, spenden Schatten und verbinden Funktion mit Form – elegant und ressourcenschonend zugleich. Diese Projekte zeigen, wie Hotelarchitektur heute auf ökologische und kulturelle Anforderungen reagieren kann – ohne auf Gestaltung, Atmosphäre oder Erlebnis zu verzichten.
Shaun Killa im exklusiven Interview
Signature: Ihr neues Projekt „Jumeirah Marsa Al Arab“ steht direkt neben dem legendären Burj Al Arab. Wie gelingt es Ihnen, in dieser Umgebung eine eigene Identität zu schaffen?
Shaun Killa: Die größte Herausforderung bestand darin, einer der bekanntesten Architekturikonen der Welt – dem Burj Al Arab – gerecht zu werden und gleichzeitig etwas ganz Neues zu schaffen. Unsere Vision war es, die architektonische Erzählung entlang der Küstenlinie zu vollenden: von traditionell bis futuristisch. Die Formensprache des neuen Gebäudes erinnert an eine elegante Superyacht, die in See sticht – dynamisch, fließend und voller Anmut. Mithilfe modernster Software und innovativer Bauweisen konnten wir doppelt gekrümmte Formen realisieren, die Bewegung und Raffinesse suggerieren. Durch präzise Analyse von Blickachsen und GPS-Positionen haben wir sichergestellt, dass der ikonische Blick auf den Burj Al Arab nicht beeinträchtigt, sondern betont wird. Für mich geht es bei Architektur nicht nur um Funktion, sondern darum, Erlebnisse zu schaffen, die sich einbrennen – durch Räume, die mit Sorgfalt, Sinnlichkeit und Landschaft verwoben sind.
Welcher Bereich des Resorts ist Ihr persönlicher Favorit – und warum?
Besonders stolz bin ich auf den dramatisch inszenierten Eingangsbereich unterhalb des markanten Bogens des Hotels. Anders als bei vielen klassischen Hotelanfahrten erleben Gäste hier beim Ankommen einen perfekt gerahmten Blick auf den Burj Al Arab – ein Moment, der sofortige Faszination und Orientierung erzeugt. Dieser architektonische Auftakt ist nicht nur funktional, sondern ein Versprechen für das gesamte Erlebnis.
Wie sind Nachhaltigkeit und Luxus in Jumeirah Marsa Al Arab miteinander vereinbar?
Nachhaltigkeit war von Beginn an integraler Bestandteil des Designs. Die durchgehenden Balkone dienen als natürliche Verschattung, wodurch der Kühlbedarf um bis zu 40 % gesenkt wird. Die üppige Bepflanzung wird mit recyceltem Grauwasser bewässert, Dachbegrünungen reduzieren den Hitzeinseleffekt, und sämtliche technischen Systeme sind auf Energieeffizienz ausgelegt. Unsere Philosophie: Luxus darf keine Kompromisse bei der Umweltverantwortung erfordern – das gilt für all unsere Projekte bei Killa Design.
Ihre Resorts entstehen oft in ökologisch sensiblen Regionen. Wie beeinflusst das Ihre Arbeitsweise?
Ob in Saudi-Arabien oder auf den Malediven – wir bauen für außergewöhnliche Naturkulissen, ohne sie zu stören. Die Villen des Shebara Resorts wurden offshore vorgefertigt und als fertige Einheiten geliefert, um empfindliche Ökosysteme wie Korallenriffe oder Nistplätze zu schützen. In Leyja bleibt 95 % der Landschaft unberührt – die Architektur versteht sich als Fortsetzung des Wadis, nicht als Eingriff.
Wie fließt lokale Kultur in Ihre Entwürfe ein?
Jedes Projekt beginnt mit einem tiefen Eintauchen in Kultur und Natur des Ortes. Bei Shebara ist die Anordnung der Villen von einer Perlenkette inspiriert – ein starkes Symbol maritimer Tradition. Die Zamani-Inseln wiederum folgen dem natürlichen Rhythmus von Lagunen, Wind und Strömung. Und in Leyja spiegeln spiegelnde Fassaden die Formen und Farben des Wadis wider – eine stille Hommage an den Ort, die zugleich Teil des Designs ist.
Leyja verbindet Luxus mit unberührter Natur. Wie gelingt Ihnen diese Balance?
Wir wollten eine Architektur schaffen, die zurücktritt – optisch wie ökologisch. Gebäude, die sich in die Landschaft einfügen, mit spiegelnden Oberflächen und natürlichen Materialien. Innenräume bieten luxuriöse Rückzugsorte mit Fokus auf Wellness, Aussicht und Sinnlichkeit. Der wahre Luxus liegt im Einklang mit der Natur.
Sie starten Projekte mit einem „Gefühl“. Wie vereinbaren Sie Intuition mit technischer Präzision?
Jede Idee beginnt mit einem emotionalen Impuls – Licht, Ort, Stimmung. Doch dieser Instinkt wird mit Technik vereint. Moderne Tools ermöglichen es uns, fluide Visionen mit höchster Präzision umzusetzen. So bleibt die Seele des Entwurfs erhalten, ohne Kompromisse bei Funktion oder Nachhaltigkeit.
Ihre Architektur wirkt oft emotional. Wie entsteht diese Wirkung?
Wir gestalten Erlebnisse, nicht nur Räume – durch Licht, Proportion, Materialität. Ein gut gesetzter Blick, eine Berührung von Stein oder Stoff, ein Wechsel im Maßstab – all das erzeugt Resonanz. Das Ziel: Räume schaffen, die bleiben.
Was ist die größte Herausforderung im nachhaltigen Luxusdesign?
Den Spagat zwischen Nachhaltigkeit und ästhetischer Opulenz. Doch gerade darin liegt die Chance: Die Zukunft des Luxus ist nachhaltig. Und sie muss nicht nach Verzicht aussehen – ganz im Gegenteil.
Welche Rolle spielt Technologie künftig in der Architektur des Nahen Ostens?
Eine zentrale. Gebäude wie das „Museum of the Future“ wären ohne digitale Werkzeuge und parametrisches Design unmöglich. Doch Technik ersetzt nie das Menschliche – sie erweitert unsere Möglichkeiten, ersetzt aber nicht Intuition, Gefühl und Idee.
Hinterfragen Sie bewusst bestehende Normen?
Unbedingt. Unser Beruf verpflichtet uns dazu. Shebara etwa ist ein Null-Emissions-Resort mit Offsite-Bauweise, vollständig erneuerbarer Energie und sensibler Integration. Solche Projekte zeigen, wie anders Luxus heute gedacht werden kann.
Wie bleibt Ihre Vision über Ländergrenzen hinweg konsistent?
Unsere Arbeit ist global, aber immer ortsbezogen. Ob in Dubai, Afrika oder auf Inseln – wir beginnen jedes Projekt mit der Frage: Welche Geschichte möchte dieser Ort erzählen? Daraus ergibt sich alles Weitere.
Welche Rolle spielt Teamarbeit bei Ihnen?
Teamarbeit ist unser Motor. Wir arbeiten interdisziplinär, veranstalten interne Designwettbewerbe und fördern offene Kritik. Jeder, vom Praktikanten bis zum Designchef, bringt Perspektiven ein. Dazu kommt unsere gelebte Teamkultur: Wir segeln, laufen Triathlons, erleben Dinge gemeinsam. Das stärkt das Vertrauen – und die Kreativität.
Gibt es ein Detail, auf das Sie besonders stolz sind?
Zwei: Das Museum of the Future mit seiner kalligrafischen Fassade, die Kultur und Innovation verbindet – ein Denkmal der Möglichkeiten. Und der große Bogen des Jumeirah Marsa Al Arab, der nicht nur strukturell beeindruckt, sondern einen magischen Moment beim Ankommen erzeugt.
Wie halten Sie Ihre Kreativität lebendig?
Durch Neugier. Ich reise viel, zeichne ständig, lasse mich von Kunst, Geschichte und Natur inspirieren. Das Segeln hat meine Formensprache stark beeinflusst – das Spiel von Licht und Kurven, das Gefühl von Bewegung. Und manchmal beginnt Kreativität mit dem Mut, noch einmal von vorn zu beginnen.
Welche Rolle spielen Reisen, Kunst und Kultur für Ihre Arbeit?
Eine zentrale. Jede Reise erweitert meinen Blick, jedes Kunstwerk eröffnet neue Denkansätze. Daraus entstehen Räume, die sowohl mit dem Ort als auch mit dem Menschen verbunden sind – subtil, sinnlich, unverkennbar.
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