Mit „Bottega Veneta for the Arts“ startet das italienische Haus eine neue kollaborative Reihe zwischen Mode, Kunst und Handwerk. Den Auftakt macht der britische Fotograf Peter Fraser – mit 27 Bildern, die Venedig nicht als Kulisse, sondern als lebendigen Resonanzraum zeigen.
Bottega Veneta war immer mehr als eine Frage von Leder. Das Haus steht für eine bestimmte Idee von Material, Zurückhaltung und Handwerk – und genau diese Codes werden nun in einen neuen künstlerischen Kontext gesetzt. Mit „Bottega Veneta for the Arts“ präsentiert Creative Director Louise Trotter eine fortlaufende Reihe, die zeitgenössische Kreative einlädt, auf das Erbe des Hauses mit ihrer eigenen künstlerischen Sprache zu reagieren.
Den Beginn macht Peter Fraser. Der britische Fotograf, 1953 in Wales geboren, ist bekannt für seinen Blick auf Strukturen, Farben und jene Details, die im Alltag leicht übersehen werden. Für Bottega Veneta richtet er seine Kamera auf Venedig – nicht als Postkartenmotiv, sondern als Stadt aus Oberflächen, Proportionen und Licht. Die Serie umfasst 27 Bilder und arbeitet mit dem Wechsel zwischen Mikro- und Makroperspektiven: intime Details treffen auf architektonische Größe, Texturen auf Formen, Farbe auf Geschichte.
Venedig ohne Nostalgie
Dass Bottega Veneta diese Reihe in Venedig beginnen lässt, ist kein Zufall. Das Haus wurde 1966 in der Region Veneto gegründet; die Stadt ist damit mehr als eine ästhetische Referenz. Sie ist Teil der eigenen Herkunft. Fraser liest Venedig allerdings nicht sentimental. Seine Bilder verstehen die Stadt als Arbeitsmaterial: als Ort, an dem Vergangenheit, Handwerk und Gegenwart ineinandergreifen.
Besonders interessant ist die Verbindung zur Sommer-2026-Kollektion, Louise Trotters Debüt für Bottega Veneta. Fraser erhielt freie Hand und ließ sich von der Kollektion sowie vom Veneto inspirieren. In der Serie erscheinen auch neue Interpretationen bekannter Taschenfamilien, darunter die Baby Veneta.
Kunst als Erweiterung der Marken-DNA
„Bottega Veneta for the Arts“ setzt eine Linie fort, die das Haus zuletzt bereits mit künstlerischen Kollaborationen angedeutet hat – etwa mit Duane Michals für die „What Are Dreams“-Kampagne mit Jacob Elordi oder mit der Malerin Poppy Jones. Die neue Reihe wirkt nun wie eine klarere Formulierung dieses Ansatzes: Bottega Veneta versteht Kunst nicht als dekoratives Beiwerk, sondern als Möglichkeit, die eigene Geschichte weiterzudenken.
Frasers Beitrag passt präzise zu dieser Idee. Seine Fotografie ist leise, beobachtend, konzentriert. Sie übersetzt jene Qualität, für die Bottega Veneta steht, in Bilder: Material wird wichtig, Oberflächen erzählen, Luxus entsteht über Aufmerksamkeit statt Lautstärke.
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