Ein Triceratops-Schädel, Jeff Koons’ „Tulips“, Alte Meister und zeitgenössische Kunst: Wenn Wynn Al Marjan Island 2027 in Ras Al Khaimah eröffnet, wird Kunst nicht zur Ergänzung des Interieurs. Sie gehört zum Konzept des Resorts – vom Eingang bis ins Gästezimmer.
Wer 2027 im Wynn Al Marjan Island eincheckt, bekommt einiges zu sehen, bevor überhaupt das Zimmer erreicht ist. Wynn plant für sein neues Resort in Ras Al Khaimah eine Kunstsammlung, deren zeitlicher Bogen von einem 66 Millionen Jahre alten Triceratops-Schädel über Werke des 17. und 19. Jahrhunderts bis zu Jeff Koons und Jaume Plensa reicht.
Einige Arbeiten reisen dafür aus anderen Häusern der Wynn-Gruppe in die Vereinigten Arabischen Emirate. Jeff Koons’ monumentale, rund elf Meter hohe Skulptur „Tulips“ kommt aus dem Wynn Las Vegas, eine Arbeit von Jaume Plensa aus der Serie „Secret Garden“ aus dem Encore Boston Harbor. Hinzu kommen ein seltenes Quartett von Buccleuch-Vasen aus dem 18. Jahrhundert, eine viktorianische Konsole aus geschliffenem Glas und weitere Stücke aus der bestehenden Wynn-Sammlung.
Andere Werke entstehen eigens für Ras Al Khaimah. Dazu zählt „Light Into Life“ des britischen Künstlers Marc Quinn. Ein zehn Meter langer Wandteppich aus Wolle und Seide aus dem 17. Jahrhundert gehört ebenfalls zur Sammlung; vergleichbare Arbeiten befinden sich im Louvre und im Metropolitan Museum of Art.
Interessant wird das Projekt vor allem dort, wo die unterschiedlichen Zeiten und Herkunftsorte aufeinandertreffen. Mit Gemälden wie Gustave Guillaumets „Caravan in the Desert“ oder Rudolf Ernsts „Entering the Temple“ kehren Werke des europäischen Orientalismus in jene Region zurück, deren Landschaften und Kulturen ihre Entstehung beeinflussten. Einige davon waren über Generationen in Privatbesitz und werden erstmals seit Jahrzehnten wieder öffentlich gezeigt.
Gleichzeitig soll die Sammlung nicht bei historischen europäischen Perspektiven auf den Nahen Osten stehen bleiben. Arbeiten regionaler Künstler sind Teil des Konzepts, darunter Werke der algerischen Künstlerin Faïza Maghni, deren Bildsprache von persischen Miniaturen beeinflusst ist. Ihre Arbeiten werden in Zimmern und Suiten zu sehen sein.
Todd-Avery Lenahan, President & Chief Creative Officer von Wynn Design & Development, bezeichnet das Konzept als „Living Gallery“. Entscheidend ist dabei weniger der Begriff als die Konsequenz: Die Kunst soll nicht in einem separaten Ausstellungsraum verschwinden. Sie verteilt sich über Eingänge, öffentliche Bereiche, Landschaft, Restaurants, Gästezimmer und Suiten. Manche Werke wechseln dafür sogar ihren bisherigen Kontext – Außenskulpturen ziehen ins Gebäude, filigranere Arbeiten hinaus in die Landschaft.
Das Wynn Al Marjan Island selbst entsteht derzeit auf Al Marjan Island am Arabischen Golf, weniger als 80 Kilometer vom Dubai International Airport entfernt. Geplant sind 1.530 Zimmer und Suiten, 22 Restaurants und Lounges, ein Theater und ein Spa.
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