Im Bordeaux gibt es Häuser, die seit Jahrzehnten zu den festen Größen der Region zählen – und genau deshalb nur behutsam verändert werden. Eines davon ist das Château Cordeillan-Bages in Pauillac. Mit der Wiedereröffnung als COMO Cordeillan-Bages im Mai 2026 bekommt das Haus eine neue Ausrichtung, ohne seine Geschichte aufzugeben.
Das Anwesen liegt im Médoc, mitten in einem der bekanntesten Weinbaugebiete der Welt. Umgeben von Grand-Cru-Classé-Weingütern und nur wenige Schritte vom Dorf Bages entfernt, erklärt sich seine Bedeutung fast von selbst. Das Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert, einzelne Teile reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. In den 1980er-Jahren machte die Familie Cazes – bekannt durch Château Lynch-Bages – daraus ein Hotel, das schnell zu einer festen Adresse für Weinreisende wurde. Mit COMO übernimmt nun eine Marke, die für eine ruhigere, reduzierte Form von Luxus steht. Statt eines kompletten Neuanfangs wurde das Haus weiterentwickelt – präzise, ohne grosse Gesten.
Architektur und Atmosphäre
Das Hotel umfasst 28 Zimmer und Suiten, verteilt auf das historische Haupthaus und ergänzende Gebäude. Die Neugestaltung stammt von der italienischen Designerin Paola Navone. Sie hat den Charakter des Hauses bewusst erhalten und nur dort eingegriffen, wo es notwendig war. Innenräume und Terrassen bleiben eng mit der Umgebung verbunden, der Blick in die Weinberge ist allgegenwärtig.
Wein als Ausgangspunkt
Cordeillan-Bages war immer eng mit dem Thema Wein verbunden – und das bleibt auch so. Die Lage in Pauillac, umgeben von einigen der bekanntesten Châteaux, macht das Haus zu einem naheliegenden Ausgangspunkt für Verkostungen und Besuche. Dazu kommt die direkte Nähe zu Château Lynch-Bages, die zusätzliche Einblicke ermöglicht. Auch im Haus selbst spielt Wein eine zentrale Rolle, etwa durch Tastings und eine entsprechend kuratierte Auswahl.
Kulinarik im Mittelpunkt
Die Küche bleibt ein wichtiger Bestandteil des Hauses. Für die aktuelle Ausrichtung steht unter anderem der französische Koch Fabien Ferré. Im Vordergrund stehen Produkte, Herkunft und eine klare Linie – passend zu einem Ort, an dem Gastronomie und Wein seit jeher eng verbunden sind.
Eine behutsame Weiterentwicklung
Mit COMO Cordeillan-Bages zeigt sich, wie sich klassische Häuser heute verändern: ohne Bruch, ohne grosse Inszenierung. Das Ergebnis ist kein radikaler Bruch, sondern eine leise Verschiebung. Ein Haus, das seine Geschichte kennt – und sie so weiterführt, dass sie auch heute noch funktioniert.
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