Pünktlich zur Berlinale 2026 erstrahlt eine Ikone der Nachkriegsmoderne neu: Das Berliner Kino International wird wieder zur großen Bühne für Film, Architektur und Stadtgesellschaft.
Wenn am 26. Februar 2026 die Türen des Kino International wieder aufschwingen, kehrt nicht nur ein Premierenkino zurück, sondern auch ein Stück Berliner Identität. Nach 18 Monaten denkmalgerechter Generalsanierung präsentiert sich das Haus an der Karl-Marx-Allee wieder als das, was es immer war: ein architektonisches Gesamtkunstwerk und zugleich ein technisch hochgerüsteter Festivalort auf internationalem Niveau. Das von Josef Kaiser zwischen 1961 und 1963 erbaute Kino International war das „Nummer-1-Kino“ der DDR: Es war die Premierenbühne für DEFA-Produktionen, ein Repräsentationsort der Staatsführung und ein gesellschaftlicher Treffpunkt unter der legendären Golddecke. In Reihe 8 hatten Funktionäre extra Beinfreiheit, und der silberne Premierenvorhang mit über 40 Millionen Pailletten wurde zum Symbol einer ganzen Epoche.
Bei der Sanierung verfolgten die Berliner Architekten von Dickmann Richter ein klares Leitmotiv: größtmögliche Zurückhaltung im Erscheinungsbild bei maximaler Erneuerung der technischen Infrastruktur. Über sieben Kilometer Holzlamellen wurden einzeln ausgebaut, restauriert und wieder eingesetzt. Naturstein- und Betonwerksteinflächen wurden behutsam instandgesetzt und der ikonische Paillettenvorhang aufwendig restauriert. Gleichzeitig erhielt das Haus eine neue 4K-Christie-Laserprojektion, Dolby‑7.1‑Sound, mehr Komfort durch 506 reduzierte Sitzplätze sowie eine energetische Erneuerung, welche den Energiebedarf um rund 70 Prozent senkt.
Die größte Herausforderung bestand darin, moderne Kino‑, Veranstaltungs- und Brandschutztechnik nahezu unsichtbar in die historische Substanz zu integrieren. „Es war ein Balanceakt zwischen Respekt und Fortschritt”, betonen die Architekten. Mit der Wiedereröffnung im direkten Anschluss an die Berlinale 2026 unterstreicht das Kino International seine Rolle als traditionsreiche Spielstätte der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Die Panoramabar mit Blick auf die Karl-Marx-Allee kehrt als urbaner Treffpunkt für Filmschaffende, Kreative und das Stadtpublikum zurück – als Ort für Premieren, Gespräche und lange Festivalnächte.
Warum sich ein Besuch lohnt?
Weil hier Geschichte spürbar bleibt und Gegenwart hör- und sichtbar wird. Weil hier Architektur, Film und gesellschaftlicher Dialog wieder zusammenfinden. Und weil Berlin ein Denkmal zurückbekommt, das mehr ist als ein Kino: eine Bühne für die Stadt selbst. Save the Date: Am 22. Februar 2026 öffnet das Kino International im Rahmen eines „Open House“ erstmals nach der Sanierung für das Publikum. An diesem Tag findet ein Berlinale-Publikumssonntag mit Führungen durch das Foyer und den Kinosaal statt – noch bevor der reguläre Spielbetrieb aufgenommen
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