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Es gibt einen Punkt im Leben eines Sammlers, an dem der Erwerb des Bestehenden seinen Reiz verliert. In dieser Sphäre des Ultra-Luxus geht es nicht mehr um Verfügbarkeit, sondern um die totale Manifestation des eigenen Geschmacks. In den Werkstätten von Bentley Mulliner in Crewe wurde im Januar 2026 ein solches Projekt vollendet: Der Batur Convertible #4. Er ist das Ergebnis einer Symbiose zwischen der Markentradition und der sehr persönlichen Vision der Sammlerin Sonia Breslow.

Breslow, deren Garage bereits historische Continuation-Modelle und den radikalen Bacalar beherbergt, nähert sich dem Automobilbau wie eine Kuratorin. Ihr Forever Car“, wie sie den Batur nennt, entzieht sich dem schnellen Zyklus des Automobilmarktes. Es ist ein Entwurf für die Ewigkeit, bei dem die Technik nur noch die Leinwand für eine tiefgreifende ästhetische Auseinandersetzung bildet.

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Bentley ©

Das visuelle Erlebnis beginnt bei einer dreifarbigen Komposition, die das Licht auf der Karosserie völlig neu bricht. Eine nur sechs Millimeter feine, silberne Linie zieht sich über die Flanken und betont die fast schon aristokratische Länge der Motorhaube. Es ist diese Besessenheit vom Detail, die sich bis in das Verdeck fortsetzt: Zum ersten Mal wurde der Stoff des Daches chemisch exakt auf das eigens kreierte Breslow Blue“ des Lacks abgestimmt – eine Nuance, die erst bei offenem Verdeck ihre volle Wirkung entfaltet, wenn sie nahtlos in die farblich identische Airbridge übergeht.

Doch die wahre Tiefe dieser Co-Kreation zeigt sich in den Momenten der Interaktion. Wenn die Türen geöffnet werden, projizieren hunderttausende Mikro-Spiegel den handschriftlichen Namen der Besitzerin auf das Pflaster – eine digitale Signatur in Lichtform. Im Inneren weicht die technische Kühle einer fast herbstlichen Geborgenheit. Warme Karamelltöne und Erdfarben dominieren das Interieur, während die Konturen des Vulkans Batur dezent in die hochflorigen Teppiche gewebt wurden.

Der radikalste Bruch mit der konventionellen Fertigung findet sich jedoch in den Bedienelementen. Bentley nutzt hier erstmals 3D-gedrucktes Platin. Die Verwendung dieses Edelmetalls für die Registerzüge und die Lenkradmarkierung ist ein stiller Triumph der Innovation über den Standard. Es ist ein haptisches Erlebnis, das durch das mechanische Grollen des legendären W12-Motors untermalt wird. Mit 740 PS ist dieses Triebwerk das kraftvolle Fundament eines Wagens, der sich weigert, nur ein Gebrauchsgegenstand zu sein. Der Batur #4 ist eine Masterclass in Kollaboration – elegant, unangestrengt und ein Beweis dafür, dass wahre Exzellenz Zeit und eine klare Stimme braucht.


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