Wenn Ende Mai die Weinberge rund um Mikulov zu leuchten beginnen, verwandelt sich das südmährische Städtchen wieder in einen Sehnsuchtsort für Designbegeisterte. Vom 29. bis 31. Mai findet das Festival Křehký Mikulov zum 14. Mal statt. Drei Tage lang existiert zeitgenössisches Sammlerdesign dann nicht hinter Glas, sondern zum Anfassen, Erleben und Begehren. Ein Tipp für einen Wochenendtrip!
Im Zentrum des Festivals steht in diesem Jahr der Garten – als Bild, als Ort und als Inspirationsquelle. Im Schloss treffen Keramik und Glas aufeinander. Die Objekte wirken, als seien sie gewachsen, arrangiert, manchmal beinahe zufällig, und doch mit Bedacht platziert. Die Hauptinstallation bringt Arbeiten von Milan Pekař, Tereza Sluková und Johan Pertl zusammen und verbindet sie mit Elementen aus dem barocken Garten, der das Schloss umgibt.
Der Name des Festivals liefert dabei den Schlüssel zum Verständnis: křehký ist ein tschechisches Wort und bedeutet so viel wie zerbrechlich, zart, empfindlich. Gemeint ist nicht nur das Material, sondern auch eine Philosophie – Dinge, die Aufmerksamkeit verlangen und gerade dadurch an Wert gewinnen. Doch Křehký Mikulov ist weit mehr als eine Ausstellung. Es ist ein Wochenende im Fluss: vormittags finden Gespräche mit Designern statt, nachmittags Spaziergänge durch Installationen und abends kann man im Schlosshof bei einem Glas Wein verweilen, bevor es später Musik, Tanz und gesellige Begegnungen unter freiem Himmel gibt. Das Programm reicht von Artist Talks und Workshops bis zu einem Pétanque-Turnier im Garten, einem gemeinsamen Lauf am Morgen oder einem Sonntagsausflug mit Picknick auf den Heiligen Berg.
Internationale Gäste wie das Wiener Studio mischer’traxler, der Bildhauer Pitt Brandenburger oder das Duo Zangerle & Grilberger befinden sich inmitten einer neuen Generation von Designern aus Tschechien und der Slowakei. Gemeinsam zeigen sie Arbeiten aus Glas, Porzellan und Keramik – Materialien, die leicht wirken, fast flüchtig, und gerade dadurch eine besondere Präsenz entfalten. Die Ausstellungen ziehen sich durch die ganze Stadt: vom Schloss über Galerien bis zu kleinen, unerwarteten Orten. Mikulov selbst wird Teil des Festivals – mit seinen Gassen, Cafés und Weingütern, die sich an diesem Wochenende ganz selbstverständlich mit Design verbinden und öffnen.
Křehký Mikulov ist kein klassisches Event mit klaren Grenzen, sondern ein Gefühl: ein Wochenende draußen mit Freunden und neuen Eindrücken – und mit Objekten, die zeigen, dass gerade das Zarte oft am längsten im Gedächtnis bleibt.
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