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Glänzend, glamourös, grandios: Ein Blick auf die spektakulärsten High-Jewelry-Kollektionen des Jahres offenbart Vielfalt in Form und Farben, ikonische Steine und meisterliche Technik.

Ob nun vom Wiener Privatjuwelier, der im lokalen Atelier einzigartige Schmuckstücke kreiert, oder von den großen, internationalen Maisons wie Cartier, Boucheron oder Van Cleef & Arpels, die Edelsteine zu einem kunstvollen Ganzen zusammenfügen: Haute Joaillerie oder High Jewelry gilt als der Inbegriff der Juwelierskunst. Sie vereint höchste Qualität, Exklusivität und Individualität. Die gezielte Suche und Auswahl seltener Edelsteine stehen dabei ebenso im Fokus wie die Verbindung traditioneller Handwerkskunst mit innovativen Techniken. So setzen die Gemmologen der High Jewelry auf fundiertes Wissen und ein geübtes Auge, während die Kunsthandwerker in den Ateliers meisterhafte Präzision bei der Vollendung der Schmuckstücke beweisen.

Vor allem aber bildet die Haute Joaillerie den Gegenpol zur Massenproduktion: Sie zeichnet sich durch anspruchsvolle Unikate aus. Personalisierungen oder gar eigens angefertigte Designs zählen zur Essenz dieser hohen Kunst. So entsteht – sowohl bei lokalen Juwelieren wie Heldwein als auch bei großen Maisons wie Cartier – einzigartiger Schmuck, der Stil und Persönlichkeit sichtbar macht.


1. Cartier En Équilibre“

Das Pariser Unternehmen Cartier bringt in seiner neuesten High-Jewelry-Kollektion die Juwelierkunst in ein neues Gleichgewicht: En Équilibre“, das im Mai 2025 in Stockholm Premiere feierte, präsentiert sich als gelungene Balance aus Symmetrie und Asymmetrie, Minimalismus und Extravaganz, natürlichen Formen und abstrakter Ästhetik. Im Herzen des Designs steht die Verbindung ausdrucksstarker Edelsteine und harmonischer Farbkombinationen. Dabei werden animalische und naturinspirierte Motive als Schmuckkunst inszeniert: So evoziert das stilisierte Collier Tigris“ mit seinem 16,62-karätigen Topas im Tropfenschliff – umrahmt von Onyx, gelb-orangefarbenen Rauten und Diamantenreihen – das Bild einer majestätischen Großkatze. Etwas abstrakter gestalten sich Preziosen wie der Papegai“-Ring, eine farbenfrohe Hommage an den Vogel aus Rubinen, gelben Diamanten und Opal. cartier​.com

Cartier collage
Cartier ©

2. Chanel Reach for the Stars“

Chanel greift in seiner aktuellen Kollektion nach den Sternen: Reach for the Stars“ begreift sich als Hommage an luftige Freiheit und schwebend – glamouröses Design. Mit dem Flügel, einem Symbol der Metamorphose, führt die Maison zudem ein neues Emblem in die Welt seiner Motive ein. Die Inspiration dazu entstammt einem Zitat Gabrielle Chanels: Wenn man ohne Flügel geboren wurde, darf man sie nicht am Wachsen hindern.“ Meisterhaft umgesetzt wird das neue Symbol im Wings of Chanel“-Collier, dem Herzstück der Kollektion. Das kostbare, filigrane Flügelgeflecht aus weißen, sternförmigen Diamanten schmiegt sich natürlich an den Hals der Trägerin; an dessen Ende zieht ein rosa-orangefarbener Padparadscha-Saphir im Kissenschliff die Blicke auf sich. Mehr als 1.500 Stunden Handwerkskunst sollen in dieses Werk geflossen sein. chanel​.com

Chanel collage
Chanel ©

3. Bulgari Polychroma“

Mit dieser herausragenden Kollektion begibt sich Bulgari 2025 in die Welt der Farben. Für die Unikate und limitierten Designs der Polychroma“ wählte man nur die farbintensivsten, herausragendsten Steine: Aus 56 Edelsteinsorten in 16 Schliffen wurde ein Kaleidoskop der Schmuckkunst kreiert, das von königsblauen Saphiren über kühle Diamanten bis hin zu leuchtenden Smaragden reicht. Mit 600 Designs, unter ihnen 250 absolute Neuheiten, umfasst die Kollektion zudem eine der umfassendsten Stückzahlen in der Geschichte der Maison. Zugleich rückt Bvlgari 60 Millionaire Pieces“ in den Fokus – die bis dato größte Anzahl von Unikaten jenseits der Millionengrenze. Unter diesen finden sich so meisterhafte Stücke wie das Celestial ‑Mosaic“-Collier, das den viertgrößten Spinell der Welt fasst, oder formschöne Designs wie das Rainbow Flow Necklace“. bulgari​.com


4. Piaget Shapes of Extraleganza“

Dass High Jewelry auch Ecken, Kanten und Mut zum Retro-Esprit aufweisen kann, zeigt die im Juni 2025 in Barcelona erstmals präsentierte Kollektion Shapes of Extraleganza“, bestehend aus Haute Joaillerie und Horlogerie. Die Schweizer Luxusmarke greift in ihren exklusiven Designs auf den eklektischen Glamour der 1960er und ‑70er Jahre zurück und transformiert diesen in eine zeitgenössische Sammlung einzigartiger Preziosen und Uhren. Entstanden sind 51 Stücke, die sich durch eine Kombination aus geometrischen und geschwungenen Linien, freien Formen und kantigen Elementen auszeichnen – mit Inspirationen von so großen Künstlern wie Andy Warhol oder Salvador Dalí. So vereint etwa die Kaleidoscope Lights“-Suite präzise Farbstreifen diverser Ziersteine – darunter Chrysopras, Verdit, Sodalith, Sugilith, Rhodonit oder Türkis – zu umwerfenden Kostbarkeiten. piaget​.com


5. Gucci High Jewelry“

Mit einer Kollektion, die drei verschiedene, das Erbe der Maison ergänzende Linien bündelt, bewies Gucci einmal mehr Mut zur Extravaganz. Sowohl Horsebit“ als auch Labirinti Gucci“ und Marina Chain“ zitieren mit ihrem Design die DNA der Luxusbrand, denken diese aber weiter. So treffen in Labirinti Gucci“ italienische Gärten auf geometrische Strenge, etwa beim Collier Fluid Movement“, das mit Tansanit und Turmalin – umzüngelt von diamantenen Kaskaden – an kühle Brunnen erinnern soll. Horsebit“ übersetzt das Reitsportmotiv in Preziosen, während Marina Chain“ Guccis ikonisches Kettenmotiv neu interpretiert. So vereint das Collier A Vibrant Set“ hunderte Rubine, Tsavoriten und facettenreiche Saphire in bewegten und zugleich voluminösen Kettengliedern – eine farbenfrohe Weiterentwicklung des klassischen Gucci-Symbols. gucci​.com


6. Chopard, Red Carpet Collection Caroline’s Universe“

Es ist eine filmreife Inszenierung: Die diesjährige Red Carpet Collection von Chopard, die das Schweizer Luxusunternehmen alljährlich anlässlich der Filmfestspiele in Cannes präsentiert, begibt sich mitten hinein in das Universum von Caroline Scheufele. Caroline’s Universe“ ist ein Auszug aus dem facettenreichen Leben der Chopard-Co-Präsidentin und Kreativdirektorin. Ausgewählte Edelsteine werden durch höchste Genfer Handwerkskunst in 78 Meisterwerke, die sich thematisch zwischen Flora und Fauna, Couture und Kosmos bewegen, übersetzt. Unter den Stücken befindet sich etwa Carolines Hund Byron, ein Cavalier-King-Charles-Spaniel, der einem Ring aus weißen, schwarzen und cognacfarbenen Diamanten als Vorbild diente. Damit präsentiert Chopard eine zutiefst persönliche Haute-Joaillerie-Kollektion, die jede Trägerin zur Hauptdarstellerin werden lässt. chopard​.com


7. Van Cleef & Arpels Fleurs d’Hawaï“

Rauschende Wellen, saftig grüne Gebirgsketten – und exotische, duftende Blumen: Wer an Hawaii denkt, hat Paradies im Sinn. So erging es auch dem Pariser Luxusschmuckhaus Van Cleef & Arpels, dessen Fleurs d’Hawaï“-Kollektion eine farbintensive, filigrane Ode an die üppig blühende Flora der Pazifikinsel darstellt. Ausgewählte Edelsteine, zumeist in elegantem Tropfenschliff, dienen den Preziosen als Blütenblätter: angefangen bei leuchtend gelbem Citrin über strahlend grünen Peridot bis hin zu Rhodolith in tiefem Rosa. Dank der langen Haute-Joaillerie-Tradition des Hauses entstanden meisterhafte Schmuckstücke als Bouquets und einzelne Blumen. Präsentiert wurde die florale Thematik der diesjährigen Kollektion im blühenden Dumfries House, Teil der The King’s Foundation Gardens and Estates“, das VCA seit Jahren fördert. vancleefarpels​.com


8. Bucherer Inner Fire“

Das Schweizer Luxusunternehmen entfacht in seiner aktuellen Haute-Joaillerie-Kollektion das innere Feuer: Designerin Hollie Bonneville Barden zeichnet mit Inner Fire“ eine Kapselkollektion, bestehend aus acht Stücken, in der filigran verarbeitete Diamanten auf lichtes Weißgold treffen. Sie werden mithilfe von Eagle Prongs erhöht und durch verschiedenste Schliffformen, von Tropfen über Brillant bis hin zu Baguette, verfeinert. Gemeinsam mit organischen Formen entstehen faszinierende Lichtreflexe. Mit der Kreation dieser acht Unikate realisierte die Designerin gekonnt das Bestreben von Bucherer, mit allen High-Jewelry-Preziosen des Hauses gezielt Emotionen zu wecken. Und wie auch in vorherigen Kollektionen setzt die Marke auf das reibungslose Zusammenspiel ihrer Experten, vom Gemlab über das Design bis hin zu den Goldschmieden und Fassern. Die Kollektion ist mittlerweile auch als Fine Jewelry in Weiß- und Gelbgold erhältlich. bucherer​.com


9. Tiffany & Co. Bird on a Rock“

Das renommierte New Yorker Juweliershaus landete erst kürzlich mit seiner neuesten Kollektion im Frühherbst: Bird on a Rock“ greift Jean Schlumbergers ikonische Brosche aus dem Jahr 1965 auf und fächert diese auf eine ganze Kollektion aus Fine- und High Jewelry auf. Dabei reduziert Kreativdirektorin Nathalie Verdeille den einstigen Vogel auf seine Essenz: den luftigen Flügelschlag. Die Umsetzung äußert sich in filigranen, skulpturalen Formen, gekonnten Überlagerungen und Texturen hochwertiger Edelsteine, die an das Schimmern von Federkleidern erinnern. Bird on a Rock“ teilt sich – basierend auf den zentralen Schmucksteinen – in zwei Sets: So rückt in der einen Hälfte der Kollektion der für Tiffany ikonische Tansanit in den Fokus, im anderen Set dreht sich alles um den Türkis, umtänzelt von feinen Diamanten, als Hommage an Schlumberger. tiffany​.at


10. Dior Diorexquis“

Savoir-faire beweist Dior nicht nur in Sachen Haute Couture, sondern auch mit der aktuellen Schmuckkollektion. Dior-exquis“ – erdacht von Victoire de Castellane, Kreativdirektorin für Dior Joaillerie, und im Mai im südfranzösischen Château de La Colle Noire erstmals präsentiert – zeigt sich als poetische Landschaft aus Preziosen. Das Dior-Atelier setzt für die hochwertigen Stücke auf virtuose Techniken der Handwerkskunst. Darunter Plique-à-jour-Emaille, die durch farbige, transparente Emaille einen leuchtenden Glasfenster-Effekt ermöglicht, oder die Opal-Dublette, bei der eine feine Opalschicht auf einen Trägerstein aufgesetzt wird und ozeanisch glänzt. Die Diorexquis“-Designs gleichen Kunstwerken aus Edelsteinen wie Aquamarin oder Peridot – eine Verbindung aus Natur und Couture in filigranen Formen und subtiler Farbigkeit. dior​.com


Made in Austria

11. Juwelier A. E. Köchert

Der Juwelier A. E. Köchert wurde 1814 in Wien gegründet – und wird auch heute noch familiär geführt, nämlich in sechster Generation von Christoph, Wolfgang und Florian Köchert. Es ist also nicht verwunderlich, dass das Traditionshaus zur Findung der Designideen seiner Haute Joaillerie, bestehend aus sorgsam gefertigten Unikaten, gerne im 200-jährigen Archiv nach Inspiration sucht. Köchert-Stücke stehen so auch heute noch für klassische Eleganz, versehen mit zeitgemäßer Ausdruckskraft. Die Liste exquisiter Einzelstücke reicht von Colliers über Armschmuck und Anhänger bis hin zu Broschen. Essentielles Element der Unikate sind sorgfältig ausgesuchte Farbsteine in edlen Nuancen, darunter braune Fancy Diamonds oder königsblaue Saphire. Zudem führt Köchert in der X‑Changeables-Kollektion die Tradition seiner wandlungsfähigen Schmuckstücke fort. koechert​.com


12. Schullin Juweliere

Der Traditionsjuwelier aus Wien darf wohl als ein Inbegriff österreichischer Haute Joaillerie bezeichnet werden: Die kunstfertigen Kreationen der Juweliersfamilie zeigen sich eher als tragbare Kunst denn als bloßer Schmuck – mit gekonnt eingesetzten Edelsteinen, spannenden Farbverläufen und mutiger Designsprache. Ob verspielte, organische Ringe oder minimalistisch-lineare Stücke: Schullin versteht High Jewelry als Ausdruck der Persönlichkeit. Statt typischer Kollektionen liegt der Fokus auf der Weiterführung hochwertiger Unikate und einer kohärenten Jahreskollektion. Jedes Stück ist Symbol einer neuen Inspirationsquelle oder auch einer modernen Technik, die mit der traditionellen Handwerkskunst in Einklang gebracht wird. Derzeit zählt Schullin mehr als 315 dieser Einzelstücke – eine hochkarätige Liste, die stetig ergänzt wird. schullin​.com


13. Juwelier Von Köck

40 Jahre glanzvolle Tradition schreiten hier zielgerichtet in eine fein geschliffene Zukunft: Von Köck wird derzeit in zweiter Generation von Felix und Nattaya Köck geführt. Und der Familienjuwelier am Wiener Graben – der seit kurzem mit größerer, eleganter Geschäftsfläche glänzt – steht auch unter der neuen Leitung für Qualität auf allen Ebenen. Im Zentrum der Kreationen steht nach wie vor der Edelstein: Das Besitzerpaar reist jährlich nach Asien, um vor Ort die schönsten Steine zu selektieren. Diese bilden das Fundament für das Designkonzept der nächsten Kollektion oder werden Teil individueller Unikate für Einzelkunden. Daneben zeigt die Marke mit ihrer Heritage-Kollektion Sahara“, wie sich High- und Recycled Jewelry verbinden lassen, und setzt auf die Kombination traditioneller Handwerkskunst mit innovativen Fertigungstechniken und 3D-Druck. vonkoeck​.com


14. Atelier Heldwein

Bei Heldwein werden Edelsteine nicht nur gefasst, sondern gekonnt in Szene gesetzt: Farbe, Schliff und Form dienen dem Traditionshaus, das 1902 in Wien seine Türen öffnete, als Ausgangspunkt für das Haute-Joaillerie-Design. Ergänzt wird die Ideenfindung durch neu interpretierte Skizzen aus dem hauseigenen Archiv. Authentische Heldwein-Stücke tragen bis heute das Symbol der Meisterpunze als Qualitätsmerkmal. Zudem wird die Tradition beständig um Innovationen ergänzt, indem neue Materialien sowie moderne Techniken Teil der Juweliersarbeit werden. So entstand kürzlich ein Collier aus unrhodiniertem, warmen Weißgold, dessen Edelsteinfassung mit einer Vogelfeder gewalzt wurde. heldwein​.at


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