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Nach einer fünfjährigen Transformationsphase bereitet sich die Île de Bendor auf ihre triumphale Rückkehr vor. Am 1. Mai 2026 öffnet unter der Ägide der Zannier-Gruppe ein Refugium seine Tore, das den Geist von Paul Ricard in die Moderne übersetzt. Es ist die Geschichte einer Insel, die nicht nur renoviert, sondern als Miniaturwelt“ der Künste, der Kulinarik und des Wohlbefindens völlig neu erfunden wurde.

Es ist nur eine siebenminütige Bootsfahrt, die die lebhafte Promenade von Bandol von der Stille der Île de Bendor trennt. Doch wer am 1. Mai 2026 den Fuß auf dieses sieben Hektar große Eiland setzt, wird feststellen, dass diese kurze Überfahrt eine Reise in eine völlig neue Interpretation des mediterranen Luxus darstellt. Seit die Insel im Herbst 2021 für die Öffentlichkeit geschlossen wurde, hat die Familie Zannier in enger Kooperation mit der Société Paul Ricard daran gearbeitet, die Vision des Inselgründers Paul Ricard für das 21. Jahrhundert zu schärfen.

Die Architektur des neuen Resorts bricht bewusst mit der Konvention großer Hotelkomplexe. Stattdessen präsentiert sich das Zannier Île de Bendor als provenzalisches Dorf, in dem die Grenzen zwischen Innen- und Außenraum verschwimmen. Unter der Leitung von Hardel Le Bihan Architectes und Niez Studio Paysagistes wurde die Insel nicht nur baulich erneuert, sondern im wahrsten Sinne des Wortes rewilded“: 200 neue Bäume wurden gepflanzt, was den Baumbestand um 15 % erhöhte, und Betonflächen wichen einer natürlichen Landschaft, die durch ein intelligentes Regenwassersystem genährt wird.

Innerhalb dieses Ensembles entfaltet das Resort drei charakteristische Design-Welten, die unterschiedliche Lebensgefühle ansprechen. Im Herzen des Geschehens liegt der Bereich Delos, dessen 39 Zimmer und Suiten den raffinierten Geist der Riviera der 1960er Jahre atmen. Mit skulpturalen Designelementen und Textilien, deren Streifenmuster an die ikonischen Sonnenschirme der Ära erinnern, wird hier die Nostalgie des alten Südfrankreichs zelebriert. Einen bewussten Gegenpol bildet der Bereich Soukana mit seinen 49 Einheiten. In unmittelbarer Nähe zum Wellnesszentrum gelegen, ist dieser Teil der Insel der Reconnection“ gewidmet: Erdige Töne und ein minimalistisches Design sollen die Gäste zur Ruhe kommen lassen und eine tiefe Verbindung zur Natur ermöglichen. Den Abschluss bilden die fünf Madrague-Häuser direkt am Hafen. Diese authentischen, zweistöckigen Fischerhäuser wurden liebevoll restauriert und bieten mit ihren privaten Gärten ein Zuhause auf Zeit, das besonders für Familien konzipiert wurde, die die Nähe zum geschäftigen Hafenleben suchen.

Das gastronomische Herzstück der Insel schlägt unter der Leitung von Executive Chef Lionel Levy. Levy hat ein Konzept entwickelt, das er als kulinarische Fröhlichkeit“ beschreibt. Insgesamt acht Gastronomie-Konzepte verteilen sich über die Insel, vom gastronomischen Flaggschiff Le Grand Large, das mit Panoramablick und einem wechselnden Programm an Gastköchen aufwartet, bis hin zum lebhaften Nonna Bazaar. Letzteres zelebriert das Teilen von Speisen in einer Atmosphäre, die an mediterrane Souks und familiäre Zusammenkünfte erinnert.

Ein Meilenstein für die Zannier-Gruppe ist die Premiere des Wellness-Konzepts Rēsonance“. Auf 1.200 Quadratmetern wird ein Ansatz verfolgt, der weit über klassische Massagen hinausgeht. Im Zentrum steht die Bioresonanz-Technologie, ein fortschrittliches Analyseverfahren, das den energetischen Zustand des Körpers misst. Auf dieser Basis erstellen Experten maßgeschneiderte Programme, die Bewegung, Ernährung und Therapien wie Kryotherapie oder Iyashi-Dom zu einem harmonischen Ganzen verweben.

Spa Interior Pool auf der Ile de Bendor
Zannier Hotels ©
Spa Interior Pool

Paul Ricard sah Bendor stets als einen Ort der Kreativität. Diese Tradition wird im Village des Artisans“ fortgeführt. Drei Ateliers dienen als Wirkungsstätten für Künstler und Handwerker, in denen Gäste selbst aktiv werden können. Das Spektrum reicht vom Kneten traditionellen provenzalischen Brotes über die Kunst der Bouillabaisse-Zubereitung bis hin zu Töpferkursen und dem Entdecken der Geheimnisse der Parfümeure von Grasse.

Mit Preisen ab etwa 620 Euro pro Nacht positioniert sich Zannier Bendor als erstklassiges Ziel für Reisende, die Silent Luxury“ und Authentizität suchen. Dass die Insel autofrei bleibt und auch die lokale Gemeinschaft durch spezielle Mitgliedschaftsprogramme wie Libertá“ integriert wird, unterstreicht den Anspruch, kein abgeschottetes Resort, sondern eine lebendige Inselgemeinschaft zu sein. Wenn am 1. Mai 2026 die ersten Gäste das Schiff in Bandol besteigen, werden sie ein Bendor erleben, das seine Geschichte ehrt und gleichzeitig mutig in die Zukunft blickt.

Eine alte Fotografie der Ile de Bendor
Société Paul Ricard ©
Die Île de Bendor früher

Porträt: Paul Ricard – Der Visionär hinter dem Imperium

In Österreich und der Schweiz ist Paul Louis Marius Ricard (1909 – 1997) oft nur als Name auf einer Pastis-Flasche bekannt, doch sein Lebenswerk prägte das moderne Frankreich weit über die Getränkeindustrie hinaus. Ricard war Industrieller, Kunstmäzen und ökologischer Vordenker in einer Person.

Der Weg zum König des Pastis“

1932 nutzte Ricard das Ende des Anisverbots und kreierte seine eigene Rezeptur für den echten Pastis von Marseille“. Sein Erfolg basierte auf visionärem Marketing: Da Werbung für Spirituosen oft eingeschränkt war, entwarf er selbst Aschenbecher, Krüge und Gläser, die zur Ikone des französischen Lebensgefühls wurden. 1975 fusionierte sein Unternehmen mit Pernod zum heutigen Weltmarktführer Pernod Ricard SA.

Das private Inselreich: Bendor & Embiez

Wichtig für das Verständnis von Bendor ist, dass die Inseln nicht dem Konzern gehören, sondern Privatbesitz der Familie sind, verwaltet durch die Société Paul Ricard. Ricard erwarb die Île de Bendor 1950 und verwandelte sie in ein kulturelles Refugium. Die größere Schwesterinsel, die Île des Embiez (erworben 1958), widmete er dem Naturschutz. Dort gründete er 1966 das renommierte Ozeanographische Institut Paul Ricard, um gegen die Meeresverschmutzung anzukämpfen – ein für die damalige Zeit revolutionärer Akt des Umweltbewusstseins.

Motorsport und Erbe

Auch der berühmte Circuit Paul Ricard in Le Castellet (eröffnet 1970) war seine Initiative und galt lange als modernste Rennstrecke der Welt. Obwohl die Strecke 1999 an Excelis (Bernie Ecclestone) verkauft wurde und heute Slavica Ecclestone gehört, bleibt sein Name untrennbar mit dem Standort verbunden. Heute wird Ricards Erbe von seinen Nachkommen bewahrt: Während Enkel Alexandre Ricard den Konzern führt, leitet sein Urenkel Marc de Jouffroy die private Transformation der Île de Bendor, um Paul Ricards Traum einer Insel des Glücks“ für eine neue Generation zu erhalten. Sein mäzenatisches Erbe wird heute durch die Fondation d’entreprise Pernod Ricard fortgeführt.

zannierhotels​.com


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