Die nächste Generation an Modemachern bricht die Regeln, um sie neu zu definieren. Wir verraten, wer das Zeug hat, ganz groß rauszukommen.
Von neuen Schnitten und Formen über frisch interpretierte Klassiker und Workwear bis hin zu skulpturalen tragbaren Kunstwerken wie Hüten und Taschen stellt sich die Vision dieser Designstars von morgen bereits jetzt als wegweisend heraus.
Christoph Tsetinis, Published By & Liebeskind
Wer über die neue Generation österreichischer Modedesigner spricht, kommt an Christoph Tsetinis nicht vorbei. Mit seinem Label Published By verschiebt der Wiener die Grenzen zwischen Mode, Technologie und Handwerkskunst. Nach Stationen bei Alexander McQueen und H&M – an den entgegengesetzten Polen der Designwelt – gründete Tsetinis 2017 sein eigenes Label, um Mode neu zu denken.
Seine Wurzeln im Automobildesign und die Faszination für Präzision prägen die Handschrift seiner Arbeit: futuristische Taschen, deren verchromte Oberflächen eher an skulpturale Kunstobjekte als an Accessoires erinnern. Gefertigt werden sie mithilfe modernster 3D-Modellierungs- und Produktionstechnologien – Verfahren, die sonst in der Autoindustrie Anwendung finden. So entstehen Objekte, die den Luxusbegriff erweitern und zugleich nachhaltiger gefertigt werden: ohne Überproduktion, mit minimalem Materialeinsatz und maximaler gestalterischer Freiheit.
Das Konzept geht auf. Published By ist längst international gefragt, beliefert über 60 Boutiquen weltweit – darunter Selfridges und Galeries Lafayette – und hat prominente Fans wie Beyoncé gewonnen. Tsetinis steht für eine Mode, die sich nicht mit ästhetischen Trends zufriedengibt, sondern die technische und künstlerische Zukunft der Branche neu definiert. Neben seinem eigenen Boutique-Label agiert Tsetinis seit einigen Monat als Creative Director der deutschen Brand Liebeskind, wo seine futuristische Vision garantiert für einen visuellen Reset sorgen wird.
Niccolò Pasqualetti
Wenn es einen Namen in Italiens aufstrebender Modeszene gibt, den man sich merken sollte, dann ist es Niccolò Pasqualetti, dessen ambivalent-androgyne Ästhetik genau am Puls der Zeit liegt. Inspiriert von den strikten Codes der Herrenmode, zeichnet sich Pasqualettis Arbeit durch ein Spiel mit Dimensionen und Texturen aus, wobei er diese Formgebung gekonnt neu interpretiert und dabei keine Scheu hat, etablierte Moderegeln zu brechen.
Nach seiner Ausbildung in Venedig und Belgien sammelte das Designtalent erste Berufserfahrungen bei The Row in New York und absolvierte anschließend seinen Master an Londons Central Saint Martins College. Für eine Anstellung bei Loewe zog Pasqualetti schließlich nach Paris, wo er 2021 auch sein eigenes gleichnamiges Label gründete.
Schnell folgten Preise wie der Franca Sozzani Award und der Camera Moda Fashion Trust Award sowie ein Stipendium von Stella McCartney und eine Nominierung für den LVMH Prize 2024, wo Pasqualetti es bis ins Finale schaffte. Sein Auftritt als Gastdesigner bei der diesjährigen „Pitti Immagine Uomo“ war ein weiterer Schritt in Richtung Mainstream-Erfolg.
LEBLANCSTUDIOS
Eine der aufregendsten Nachwuchsmarken stammt weder aus Mailand, Paris, London, Tokio noch aus Antwerpen, sondern aus der Karibik. Genauer gesagt aus Santo Domingo, wo Angelo Beato und Yamil Arbaje 2014 ihr Label LEBLANCSTUDIOS gründeten, das überraschenderweise nicht mit Resortwear, sondern mit Neuinterpretationen von Outerwear und Strickmode brilliert.
Das Ziel der beiden Designer ist es, eine Garderobe für ein junges Publikum im Globalen Süden zu kreieren, die es erlaubt, maskuline und feminine Identitäten neu zu definieren – und zugleich mit historischen Erzählungen und gängigen Vorstellungen von Jugend zu spielen.
Im März 2025 präsentierten sie erstmals eine Kollektion auf der New York Fashion Week. Die von den 1970er-Jahren inspirierten Looks unter dem Titel „Other People’s Money“ erinnerten unverkennbar an industrielle Uniformen und wurden von einer vielfältigen Bandbreite an Models auf einem salzverkrusteten Laufsteg getragen. Eine Botschaft, die ebenso aussagekräftig ist wie die Mode selbst.
Maryam Keyhani
Selten hat ein Hut für so viel Gesprächstoff gesorgt. Als Sarah Jessica Parker im Sommer 2024 bei den Dreharbeiten zur dritten Staffel der Sex-and-the-City-Fortsetzung And Just Like That… mit einer gigantischen Wolke aus beigem Gingham auf ihrem Kopf fotografiert wurde, spalteten sich die Meinungen – und katapultierten Maryam Keyhani in den Mainstream.
Die in Teheran geborene und heute in Berlin lebende Künstlerin und Hutdesignerin erschafft ein Universum, in dem Mode, Kunst und Fantasie zu einer poetischen Einheit verschmelzen. Nach ihrer Ausbildung an der Kunsthochschule in Toronto, wo sie ihre künstlerische Sprache zwischen Malerei und Skulptur fand, führte Keyhanis Weg über Paris und Buenos Aires in die deutsche Hauptstadt. Hier entwirft sie Hüte, Kleider und Objekte, die zwischen Surrealismus und barocker Opulenz oszillieren und Erinnerungen an Elsa Schiaparelli oder Constantin Brâncuși wecken.
Keyhani betrachtet den Hut als Bühne und als Schutzraum zugleich – ein performatives Statement, das Kunst tragbar macht. Ihre ikonischen „Cloud Hats“ sind mittlerweile ein Kultobjekt: weich, verspielt, theatralisch. In einer Branche, die oft nach Regeln funktioniert, folgt Maryam Keyhani ihrer eigenen – und macht aus jeder Kreation ein Stück gelebte Poesie.
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