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Jean Nouvel hat das historische Palais-Royal-Gebäude in eine wandelbare Bühne der Gegenwartskunst verwandelt. Mit der Ausstellung Exposition Générale eröffnet die Fondation Cartier pour l’art contemporain ihr neues Zuhause – mitten im Herzen von Paris.

Wenn sich im Oktober die Türen am Place du Palais-Royal öffnen, beginnt für die Fondation Cartier pour l’art contemporain ein neues Kapitel. Nach über drei Jahrzehnten am Boulevard Raspail zieht die Institution ins historische Herz von Paris – vis-à-vis des Louvre – und präsentiert sich als visionäres Forum für Kunst, Architektur und Dialog.

Das neue Haus, ein Haussmann-Bau von 1855, wurde von Jean Nouvel radikal neu gedacht. Der französische Architekt, der bereits das frühere Fondation-Gebäude entworfen hatte, verwandelte das einstige Louvre des Antiquairesin eine Art lebendige Maschine: fünf bewegliche Plattformen, die sich auf elf Ebenen heben und senken lassen. So entstehen Räume, die sich ständig verändern – vertikal, lichtdurchflutet, unvorhersehbar. Die Fondation Cartier soll kein neutraler Raum sein, sondern ein Ort des Unerwarteten“, schreibt Nouvel. Ein lebendiger Körper, der Kunst und Stadt in ständiger Bewegung verbindet.“

Mit über 8.500 Quadratmetern, davon 6.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, öffnet sich das Gebäude weit zur Stadt: Glasfassaden entlang der Rue de Rivoli und Rue Saint-Honoré lassen Paris Teil des Kunsterlebnisses werden. Über den Dächern wachsen Gärten, in den Innenräumen modulieren Glasdächer das Licht – Architektur als atmende Bühne.

Zur Eröffnung zeigt die Fondation Cartier Exposition Générale“, kuratiert von Béatrice Grenier und Grazia Quaroni – ein Überblick über 40 Jahre Sammlungsgeschichte mit mehr als hundert Künstlern. Die Ausstellung ist in vier Kapitel gegliedert: Machines d’architecture widmet sich der Architektur als Experiment, Être nature erforscht die Beziehung von Kunst und Lebendigem, Making Things rückt Handwerk und Material in den Fokus, und Un monde réelverknüpft Kunst, Wissenschaft und Fiktion. Werke von Sarah Sze, Ron Mueck, Solange Pessoa, Jean-Michel Othoniel oder Patti Smith zeigen die Spannweite eines Hauses, das Kunst als Denkraum versteht.

Auch jenseits der Ausstellung setzt die Fondation auf Offenheit: ein Auditorium für Performances und Debatten, eine neue Buchhandlung, das Petit Café, und ab 2026 La Manufacture, wo Handwerk, Lernen und Gestalten miteinander verschmelzen.

Mit dem Umzug an den Place du Palais-Royal wird die Fondation Cartier zum Teil des Pariser Stadtgefüges – nicht nur als Museum, sondern als öffentlicher Ort für Begegnung und Perspektivenwechsel.

Signature​.at wird kommende Woche bei der Eröffnung vor Ort sein – mit Eindrücken aus den neuen Räumen und einem Blick hinter die Glasfassaden von Jean Nouvels wandelbarem Wunderwerk.


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