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Mit der Präsentation von Giorgio Armani Women’s Spring/​Summer 2026 Collection wurde in Mailand nicht nur eine neue Saison eingeläutet, sondern auch ein Kapitel Modegeschichte abgeschlossen.

Die Show, die wenige Wochen nach dem Tod des 91-jährigen Designers stattfand, war mehr als ein Défilé – sie war ein stilles, stilvolles Abschiednehmen von einem Mann, der die moderne Eleganz neu definiert hat.

GAW SS26 models credit SGP 1

Die Kollektion öffnete ein Fenster in Armanis innerstes Universum und spannte einen Bogen zwischen Mailand, der Stadt seines Lebenswerks, und Pantelleria, der mediterranen Insel zwischen Italien und Afrika, die ihm über Jahrzehnte als Rückzugsort diente. Diese beiden Pole spiegelten sich in den Entwürfen wider. Maskuline Strenge und mediterrane Leichtigkeit verschmolzen zu einer stillen Harmonie: luftige Leinenanzüge, die fast schwerelos wirkten, changierende Seiden in Sand- und Meeresnuancen, schmale Jacken, die die berühmte Armani-Schulter zitieren, und weite, bodenlange Hosen, die den Körper umspielen. Farben wie Salbei, Rauchgrau, Vulkansand und das tiefe Blau des Mittelmeers bildeten die Palette – stets gedämpft, niemals schrill. Transparente Schichten und feine Stickereien erinnerten an Lichtreflexe auf Wasser und die raue Schönheit der Pantelleria-Landschaft.

Jedes Detail war eine Liebeserklärung an Armanis Handschrift: leichte, aber präzise konstruierte Silhouetten, luxuriöse Stoffe, die nie protzen, und eine Eleganz, die sich erst im Tragen voll entfaltet. Die Kollektion wirkte wie ein Destillat seiner jahrzehntelangen Suche nach Balance – zwischen Strenge und Freiheit, Stadt und Natur, Mode und Kunst.

Einige Tage zuvor präsentierte das Haus die Emporio Armani Women’s Spring/​Summer 2026 Collection im Rahmen der Mailänder Modewoche. Auch diese Kollektion spiegelte Armanis unverwechselbare Ästhetik: klare Linien, fließende Stoffe, subtile Farben und jene zurückhaltende Raffinesse, die er über Jahrzehnte kultivierte. Unter den Gästen fanden sich Persönlichkeiten aus Sport, Film und Kunst, darunter Tennislegende Flavia Pennetta, Schauspielerin Barbara Ronchi und Natalia Bryant, Tochter der verstorbenen Basketball-Ikone Kobe Bryant

Giorgio Armanis Vermächtnis

Giorgio Armani war weit mehr als ein Modeschöpfer. Er war ein Architekt des modernen Stils, der die Grenzen zwischen Herren- und Damenmode verwischte und den Begriff Power Dressing” in den 1980er-Jahren prägte. Sein klarer, aber niemals kühler Minimalismus veränderte die Art, wie wir uns über Kleidung definieren. Seine Größe lag nicht in lauten Statements, sondern in der stillen Revolution, mit der er Mode demokratisierte und zugleich auf höchstem Niveau hielt. Armani bewies, dass Eleganz kein Trend ist, sondern ein Lifestyle – zeitlos, präzise, kompromisslos.

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Getty Images ©
Armani mit einem seiner Models beim Finale seiner Frühling/Sommer 2025 Haute Couture Show auf der Pariser Fashion Week Anfang des Jahres

Milano, per Amore – Mode trifft Kunst

Parallel zur letzten Kollektion eröffnet die Pinacoteca di Brera die Ausstellung Giorgio Armani. Milano, per Amore”, die Giorgio Armani und seiner 50-jährigen Karriere gewidmet ist. Mehr als 120 ikonische Kreationen treten dort in Dialog mit Meisterwerken der italienischen Kunst – von mittelalterlichen Tafeln bis zu Gemälden des 19. Jahrhunderts. Die Schau ist nicht nur eine Hommage an Armanis Werk, sondern auch an seine enge Verbindung zu Mailand und zum Künstlerviertel Brera, wo er lebte und arbeitete. Sie unterstreicht, was Armani selbst einmal formulierte: Mode kann ebenso lehrreich sein wie Kunst, wenn sie Haltung, Handwerk und Vision vereint.

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Giorgio Armani ©
Die Ausstellung "Giorgio Armani. Milano, per amore" ist in der Pinacoteca di Brera bis 11. Jänner 2026 zu sehen.

Mit diesen letzten Kollektionen und der begleitenden Ausstellung verabschiedet sich Giorgio Armani – ohne Pathos, aber mit jener diskreten Grandezza, die seine Arbeit von Anfang an auszeichnete. Als einer der letzten großen Designer seiner Zeit hinterlässt er ein Vermächtnis, das die Modewelt noch lange prägen wird.


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