Valentino setzt seine neue Eyewear-Kampagne in die Centrale Montemartini in Rom – dort, wo antike Skulpturen zwischen den Maschinen eines ehemaligen Kraftwerks stehen. Glen Luchford geht noch näher heran: Marmor trifft auf Modell, römisches Profil auf Valentino-Brille.
Für eine Brillenkampagne braucht man im Grunde ein Gesicht und eine Brille. Valentino nimmt noch ein paar römische Statuen und historische Maschinen dazu.
Schauplatz der Fall/Winter 2026 Eyewear Campaign ist die Centrale Montemartini in Rom. Das ehemalige Elektrizitätswerk ist heute Museum und lebt von einer ungewöhnlichen Nachbarschaft: Antike römische Skulpturen stehen vor der erhaltenen Industriearchitektur, Marmor neben Stahl, klassische Körper zwischen Turbinen und Motoren.
Fotograf Glen Luchford macht daraus allerdings keine große Architekturerzählung. Er geht näher heran. Von den Skulpturen sieht man Gesichter, Profile und Fragmente, die neben den Modellen beinahe überdimensioniert wirken. Ein steinerner Kopf füllt einen Großteil des Bildes, daneben ein Gesicht mit Brille. Vergangenheit und Gegenwart brauchen keine weitere Kulisse.
Die Kampagne gehört zu „Interferenze“, der Fall/Winter 2026 Kampagne von Valentino unter Creative Director Alessandro Michele. Für die Art Direction zeichnen Ezra Petronio und Lana Petrusevych verantwortlich, das Styling stammt von Suzanne Koller.
Five Frames
Fünf Aufnahmen, fünf Brillen. Drei Sonnenbrillen und zwei optische Fassungen reichen für die gesamte Eyewear-Kampagne.
Am auffälligsten ist eine übergroße Maskenbrille mit Nieten auf der Front, einem Metallsteg und schmalen Bügeln. Daneben stehen zwei Cat-Eye-Modelle aus Acetat: eines klassischer gezeichnet, das andere mit weicheren, runderen Linien. Bei der elfenbeinfarbenen Variante lässt das Material einen transparenten Kern erkennen, in dem sich das Godron-Muster zeigt.
Auch die beiden optischen Fassungen spielen mit klaren Formen. Eine ist groß und geometrisch, die andere abgerundet rechteckig. Das V‑Logo taucht dabei nicht nur als Markenplakette auf. Es wird teilweise selbst zum konstruktiven Detail, etwa als ausgespartes Element am Scharnier.
Mehr muss man über die einzelnen Modelle eigentlich nicht wissen. Die Bilder erzählen ohnehin eine eigene Geschichte.
Old Meets New
Alessandro Michele arbeitet bei Valentino immer wieder mit historischen Referenzen, Ornament und bewusster Überfülle. In der Centrale Montemartini bekommt diese Lust am Nebeneinander den passenden Raum.
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