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Mit der Ausstellung Fahrrad & Hummer. Funkelnder Baumschmuck aus Gablonz“ verwandelt das Museum für angewandte Kunst den Kunstblättersaal in ein funkelndes Wunderkabinett aus Glas und Draht. Mehr als 800 filigrane Objekte – von Spinnen über Schmetterlinge bis zu Miniaturfahrrädern und Hummern – zeigen, dass Weihnachtsschmuck weit mehr sein kann als Engel und Kugeln.

Für Designliebhaber eröffnet sich in Wiens Museum für angewandte Kunst (MAK) von 24. September 2025 bis 1. Februar 2026 ein geschichtsträchtiges Panoptikum aus Materialfantasie und Farbgespür: Winzige Hohlperlen mit Silber- und Goldeinlagen, Glasstifte, Ringe und Draht werden zu skurrilen Objekten komponiert, die weit über den klassischen Christbaum hinaus inspirieren. Johanna Pichlbauer inszeniert die Schau als poetischen Moment des Aufputzens“ – so, als würden die alten Schachteln voller Schätze gerade erst wieder ans Licht geholt.

Die Entscheidung, diese Ausstellung ohne einen Baum zu präsentieren, mag manche Besucher überraschen, erweist sich aber dennoch als klug, da die Objekte ohne jegliche Ablenkung vollends im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen und auch außerhalb ihres Kontexts als Baumschmuck begeistern.

Objektarangement
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Arrangements ausgewählter Objekte der Ausstellung „Fahrrad & Hummer. Funkelnder Baumschmuck aus Gablonz“ im MAK Wien

Die Exponate stammen aus der über Jahrzehnte gewachsenen Sammlung der Kunsthistorikerin Waltraud Neuwirth, die das Ensemble dem MAK als Schenkung überließ. Ihre Stücke erzählen von der reichen Glasmachertradition Böhmens und von einer Ästhetik, die Alltagsgegenstände ebenso feiert wie geometrische Abstraktionen. Im Mittelpunkt steht die Produktion zwischen 1920 und 1980, einer Zeit, in der der Gablonzer Christbaumschmuck“ als kreatives Nebenprodukt der Bijouterie-Industrie zu einem florierenden Wirtschaftszweig wurde.

Zu den besonderen Blickfängen zählen ein funkelndes Miniaturfahrrad, dessen Glasperlenrahmen in Silber und Gold schimmert, ein gläserner Hummer mit schillernden Drahtscheren sowie eine Serie von Art-déco-inspirierten Sternformen, die fast wie frühe kinetische Skulpturen wirken. Überraschende Alltagsmotive – Flugzeuge, Musikinstrumente, Obst – begegnen streng geometrischen Entwürfen, die den Geist der Moderne atmen.

Die Ausstellung ist nicht nur auf ästhetischer Ebene eindrucksvoll, auch historisch gesehen fesselt die Sammlung, da Objekte, die während der Kriegszeit angefertigt wurden, die Materialknappheit der Zeit reflektiert. Ebenso wird das Design des Schmucks im Wandel der Jahre anschaulich gemacht.

Wer sich von der Ausstellung inspiriert fühlt, dem eigenen Baum einen böhmischen Twist zu verleihen, findet im MAK Design Shop eine kuratierte Auswahl originaler Gablonzer Schmuckstücke – eine seltene Gelegenheit, diese filigranen Kunstwerke nicht nur zu bewundern, sondern auch in die eigene Kollektion aufzunehmen. Begleitend erscheint der prachtvoll bebilderte Katalog Funkelnder Baumschmuck aus Gablonz 1920 – 1980 (€ 42), ein Must-have für Designhistoriker und passionierte Sammler.

Figur Riesenrad Globus
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Hampelmannfigur, Riesenrad und Globus in der Ausstellung „Fahrrad & Hummer. Funkelnder Baumschmuck aus Gablonz“ im MAK Wien

Fahrrad & Hummer. Funkelnder Baumschmuck aus Gablonz“
24.09.202501.02.2026
Museum für angewandte Kunst, Stubenring 5, 1010 Wien, Österreich

Mehr Infos zur Ausstellung: mak​.at/​f​a​h​r​r​a​d​u​n​d​h​ummer


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