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1985 war Mode im Museum keine Selbstverständlichkeit. Als FENDI und Karl Lagerfeld ihre gemeinsame Ausstellung in der Galleria Nazionale d’Arte Moderna in Rom eröffneten, wurde nicht nur über die Entwürfe gesprochen. Die eigentliche Diskussion lautete: Gehört Mode eigentlich ins Museum? Vierzig Jahre später wirkt diese Frage fast lächerlich. Genau deshalb rekonstruiert FENDI die legendäre Ausstellung jetzt in ihrer ursprünglichen Form.

Unter dem Titel After. Un percorso di lavoro. FENDI / Karl Lagerfeld 1985 kehrt eine Ausstellung zurück, die weit über die Geschichte eines Modehauses hinausweist. Vom 10. Juli bis 25. Oktober 2026 zeigt die Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea in Rom jene Präsentation, die 1985 zu den ersten Ausstellungen einer Modemarke in einem italienischen Kunstmuseum gehörte. Bereits damals verfolgte sie einen ungewöhnlichen Ansatz: Nicht die fertige Kollektion stand im Mittelpunkt, sondern der Weg dorthin.

Karl Lagerfeld, der seit 1965 die kreative Entwicklung von FENDI entscheidend prägte, entwickelte die Ausstellung gemeinsam mit der Kuratorin Ida Panicelli. Besucher erhielten Einblicke in Materialstudien, Musterbretter, vorbereitende Leinwände, Skizzen und fertige Pelzkreationen. Schritt für Schritt wurde nachvollziehbar, wie aus einer Idee ein Kleidungsstück entsteht. Damit rückte die Ausstellung den kreativen Prozess in den Mittelpunkt – eine Perspektive, die heute selbstverständlich erscheint, Mitte der 1980er-Jahre jedoch nahezu revolutionär war.

Gleichzeitig dokumentierte die Ausstellung eine Phase, in der Karl Lagerfeld die Arbeit mit Pelz grundlegend neu interpretierte. Neue Verarbeitungstechniken, experimentelle Oberflächen und ungewöhnliche Materialkombinationen verliehen einem traditionellen Handwerk eine gestalterische Leichtigkeit, die bis heute als prägend für die Geschichte des Hauses gilt. Die Ausstellung machte diesen Wandel sichtbar und zeigte, dass Mode immer auch das Ergebnis von Experiment, technischem Können und handwerklicher Präzision ist.

Für die Neuauflage wurde die historische Präsentation sorgfältig rekonstruiert. Initiiert von Maria Grazia Chiuri und kuratiert von Maria Luisa Frisa orientiert sie sich eng am Original, wurde jedoch an die heutigen räumlichen Gegebenheiten angepasst. Wo Exponate nicht mehr erhalten waren, entstanden auf Grundlage der Archive detailgetreue Reproduktionen. Zu sehen sind unter anderem 22 Papiermodelle, sieben vorbereitende Leinwände, 50 Musterbretter, 180 Skizzen, 25 Pelzkreationen, der Film Historie d’Eau von Jacques de Bascher aus dem Jahr 1977 sowie Interviews und zahlreiche Dokumente aus den Archiven von FENDI und der Galleria Nazionale.

Den Abschluss der Ausstellung bildet eine Auswahl zeitgenössischer Presseberichte aus dem Jahr 1985. Sie dokumentieren die Diskussionen, welche die Ausstellung damals auslöste, und erinnern daran, dass Mode im Museum keineswegs selbstverständlich war. Heute hat sich diese Debatte grundlegend verändert. Internationale Museen widmen Modehäusern regelmäßig große Ausstellungen, Archive werden wissenschaftlich aufgearbeitet und bedeutende Entwürfe gelten längst als Teil des kulturellen Erbes. Die Rekonstruktion von After. Un percorso di lavoro. FENDI / Karl Lagerfeld 1985 zeigt, wie früh diese Entwicklung begann und welchen Beitrag FENDI und Karl Lagerfeld dazu geleistet haben.

Der Zusatz After” versteht sich dabei nicht als nostalgischer Rückblick. Vielmehr wird die historische Ausstellung in einen neuen Zusammenhang gestellt und aus heutiger Perspektive neu betrachtet. Vierzig Jahre nach ihrer Premiere dokumentiert sie einen Moment, der den Blick auf Mode nachhaltig verändert hat.

Ausstellungsinformationen

After. Un percorso di lavoro. FENDI / Karl Lagerfeld 1985
Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea (GNAMC), Rom
10. Juli bis 25. Oktober 2026


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