Zur Milan Design Week 2026 feiert Foscarini eine seiner bekanntesten Leuchten: Twiggy von Marc Sadler. Im Spazio Monforte wird aus dem Designklassiker eine Geschichte über Linie, Licht und technische Eleganz.
Als Foscarini 2006 die Twiggy-Leuchte von Marc Sadler präsentierte, war sie mehr als eine neue Interpretation der klassischen Bogenlampe. Twiggy wirkte wie eine gezeichnete Linie im Raum: leicht, gespannt, präzise. Zwanzig Jahre später zählt sie zu jenen Entwürfen, die nicht laut auftreten müssen, um präsent zu sein.
Eine Linie, die den Raum verändert
Ihr Prinzip ist so einfach wie wirkungsvoll. Der schlanke Arm erinnert an eine Angelrute, gefertigt aus Carbon und glasfaserverstärktem Verbundstoff. Dadurch entsteht eine Konstruktion, die stabil bleibt und zugleich flexibel wirkt. Das Licht sitzt am Ende dieser weit ausgreifenden Kurve, während der flache Sockel optisch zurücktritt. Twiggy nimmt Raum ein, ohne ihn zu beschweren.
Zur Milan Design Week 2026 widmete Foscarini der Leuchte die Installation „Twenty Years of Twiggy“ im Spazio Monforte als Hommage an einen Entwurf, der seine Aktualität aus dem Zusammenspiel von Material, Technik und formaler Klarheit bezieht.
Klassiker mit Spielraum
Dass Twiggy bis heute funktioniert, liegt auch an ihrer Wandelbarkeit. Die Produktfamilie wurde über die Jahre kontinuierlich erweitert – von der Stehleuchte über Lese‑, Pendel- und Deckenvarianten bis zu Outdoor-Versionen wie Twiggy Grid. Auch farblich bewegt sich der Entwurf zwischen Zurückhaltung und Statement: von Weiß, Schwarz und Graphit bis Burgundy, Crimson und Holzvarianten.
Wir haben vor Ort mit ihrem Designer Marc Sadler über seine ikonische Kreation gesprochen – das volle Interview folgt in der nächsten Ausgabe der Signature Grand Edition.
3D-Stricktechnologien und Licht in experimenteller Forschung
Neben dem Twiggy-Jubiläum zeigte Foscarini in Mailand auch „Intrecci di Luce / Knitted Light“, ein experimentelles Forschungsprojekt zu Licht und 3D-Stricktechnologien. Die Designer Jozeph Forakis und Lorenzo Palmeri untersuchten, wie gestrickte Strukturen Licht filtern, streuen und formen können. Kein fertiges Produkt, eher ein Blick in mögliche Zukünfte des Leuchtendesigns – und damit ein passender Gegenpol zu Twiggy: hier die Ikone, dort das offene Experiment.
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