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Frida Kahlo zählt zu jenen Künstlerinnen, deren Bild fast berühmter geworden ist als manche ihrer Werke. Kaum eine Persönlichkeit der Kunstgeschichte bewegt sich heute so selbstverständlich zwischen Museum, Mode, Aktivismus und Popkultur. Die Tate Modern nimmt dies nun zum Anlass, genauer hinzusehen – und die Frau hinter der Ikone neu zu betrachten.

Mit Frida: The Making of an Icon“, die ab 25. Juni 2026 in London zu sehen sein wird, widmet die Tate Modern der mexikanischen Künstlerin eine große Ausstellung, die bereits jetzt zu den spannendsten Kulturereignissen des Jahres zählt. Und das aus gutem Grund: Statt Frida Kahlo nur als Mythos zu feiern, möchte die Schau der Frage nachgehen, wie aus einer Malerin, die zu Lebzeiten außerhalb Mexikos nur begrenzt bekannt war, eine der einflussreichsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts – und zugleich ein weltweites kulturelles Symbol – werden konnte.

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Ace of Hearts in collaboration with TATE ©
Frida Kahlo x Piccadilly Lights

Die Ausstellung nähert sich Kahlo deshalb nicht nur als Malerin, sondern auch als Intellektuelle, politische Denkerin und Frau, die ihre visuelle Identität bewusst formte. Zu sehen sein werden mehr als 130 Werke, darunter Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, persönliche Dokumente und selten gezeigte Erinnerungsstücke. Ergänzt wird die Schau durch Arbeiten von über 80 Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Generationen, die sich auf Kahlo beziehen oder von ihr beeinflusst wurden. Dadurch entsteht kein klassischer biografischer Rundgang, sondern ein vielschichtiger Blick auf Wirkung, Nachhall und kulturelle Bedeutung – von ihrer Zeit bis in die Gegenwart.

Natürlich wird auch jene Frida präsent sein, die viele kennen: die kompromisslose Malerin ihrer eigenen Realität. Nach einem schweren Busunfall in jungen Jahren verbrachte Kahlo große Teile ihres Lebens mit Schmerzen und zahlreichen Operationen. Statt diese Erfahrungen zu verstecken, machte sie sie zum Ausgangspunkt ihrer Kunst. Ihre Selbstporträts erzählen von Verletzlichkeit, Identität, Verlust, Liebe und politischem Bewusstsein – radikal ehrlich und gleichzeitig voller Symbolik. Gerade diese Mischung aus persönlicher Offenheit und visueller Kraft wirkt bis heute erstaunlich modern.

Besonders spannend erscheint aber jener Teil der Ausstellung, der sich mit der Entstehung des Mythos Frida“ beschäftigt. Warum wurde ausgerechnet sie zu einer universellen Identifikationsfigur? Wie konnte ihr Bild weit über die Kunst hinaus in Mode, Popkultur und Aktivismus eindringen? Die Tate widmet diesem Phänomen einen eigenen Abschnitt – eine kluge Entscheidung, denn kaum eine Künstlerin bewegt sich heute so selbstverständlich zwischen Museum und Alltagskultur.

Vielleicht liegt genau darin die besondere Faszination dieser Ausstellung: dass sie nicht nur die berühmte Frida zeigt, sondern versucht, die Frau hinter der Ikone wieder sichtbar zu machen. Für London dürfte Frida: The Making of an Icon damit weit mehr werden als eine klassische Blockbuster-Schau – vielmehr eine Gelegenheit, eine Künstlerin neu zu entdecken, die bis heute erstaunlich gegenwärtig wirkt.


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