Seit 1875 funkelt Dornbirns Traditionsjuwelier O.Rein als Familienbetrieb mit Herz, Handwerk und Haltung. Heute führt Eva Molnar mit ihrem Ehemann das Haus in fünfter Generation. Text: Lisi Brandlmaier
Es gibt Firmen, die gibt es und die sind einfach da. Seit immer. Und ein Ort ohne den Betrieb wäre nahezu undenkbar. In Dornbirn ist das ganz ohne Zweifel der Juwelier O.Rein. Schon 1875 gründete Anton Schelling hier ein Geschäft für Uhren, Schmuck und Optik. Nach seinem frühen Tod übernahm seine 18-jährige Tochter Oliva – eine echte Pionierin – und gab dem Haus seinen bzw. im Grunde eigentlich ihren Namen: O.Rein. 150 Jahre später glänzt das Traditionsunternehmen immer noch – und wie!
„In 150 Jahren hat sich vieles verändert, eines ist geblieben: unsere Liebe zum Detail und die Freude, unsere Kunden zu beraten.“ – Eva Molnar-Thielmann
Denn heute führen Eva Molnar-Thielmann und Robert Molnar das Haus in fünfter Generation, unterstützt von ihren Kindern Philipp und Anika, die mit frischem Wind und digitalen Ideen die Zukunft gestalten. Doch trotz aller Innovation bleibt das Fundament dasselbe: Handwerk, Herzblut und ehrliche Beratung. „In 150 Jahren hat sich vieles verändert, eines ist geblieben: unsere Liebe zum Detail und die Freude, unsere Kunden zu beraten. Wir setzen auf europäische Familienbetriebe, die regional produzieren und Wert auf herausragende Qualität und höchste Handwerkskunst legen. Das Ergebnis: Schmuck für Individualisten“, sagt Eva Molnar.
Familienbande statt Firmenkette
Druck, das große Erbe zu tragen? „Nein“, winkt Eva Molnar ab. „Verantwortung ja – aber Druck? Das hilft bei Entscheidungen nicht.“ Man merkt: Hier wird gelebt, nicht verwaltet. Die Familie ist präsent, kennt ihre Stammkundschaft beim Namen – und die lässt sogar heute noch die Eltern und einstigen Firmen-Chefs freundlich grüßen. Rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass vom Batteriewechsel bis zur individuellen Anfertigung alles sitzt. Der Clou: eine grandiose Zusammenarbeit mit Goldschmieden, die Wünsche wahr werden lassen – von Umarbeitungen geerbter Stücke bis zu maßgefertigten Eheringen. Und das, was anderswo Wochen dauert, klappt hier manchmal in einer halben Stunde. Eine Kundin staunte kürzlich: „In Hamburg wollten’s drei Tage für den Batteriewechsel!“ – Tja, Dornbirn 1 : Hamburg 0.
Übrigens ist hier Nachhaltigkeit längst kein Trend, sondern Teil der DNA: Gearbeitet wird mit recyceltem Gold und zertifizierten Edelsteinen, in Kooperation mit europäischen Familienbetrieben und Marken wie Marco Bicego. „Uns ist wichtig, woher etwas kommt“, sagt Molnar. So entsteht Schmuck für Menschen, die wissen, dass echter Glanz nicht laut sein muss. Oder, wie Eva Molnar schmunzelt: „Luxus? Das definiert jeder selbst. Für den einen ist’s ein 6.000-Euro-Ring, für den anderen ein Ketterl um 500 Euro. Hauptsache, das Schmuckstück gefällt, passt zu einem und wird getragen – nicht im Safe versperrt.“
Was man bei Molnar sofort merkt: Hier wird nicht einem Modetrend nachgelaufen, sondern geschmackvoll Schritt gehalten. Ringe in Gelbgold sind wieder da, Diamanten dürfen Tropfen‑, Prinzess- oder Emerald-Cut, also einen Smaragdschliff, haben. Farbsteine sind das große Ding – von Smaragd bis Rhodolith, vom Regenbogen-Saphir-Ring bis zum zarten Rosenquarz. „Ein Vertreter hat mich einmal darauf aufmerksam gemacht, dass wir sehr viel mit bunten Steinen arbeiten. Das haben wir schon immer, und dieser Trend ist jetzt gefragter denn je.“
Und auch Männer entdecken wieder Schmuck: kräftige Goldketten, Panzer- und Königsketten, ganz klassisch, ganz cool. Bei den Uhren läuft’s – im wahrsten Sinne – kleiner: Automatik statt App, Handwerk statt Hightech. „Viele wollen bewusst etwas Mechanisches“, sagt Molnar. „Etwas, das bleibt – und vielleicht sogar einmal der Enkel trägt und von uns servicieren lässt.“
Und von diesen Kundinnen und Kunden gibt es einige. Eine der schönsten Anekdoten aus dem Juweliersalltag verrät Eva Molnar im Interview ebenfalls. Zwei Freundinnen bereiten einen Verlobungsring-Kauf vor. Sie kommen vorab, trinken Sekt, suchen das gute Stück aus – und am Nachmittag erscheint der ahnungslose Bräutigam in spe. Die Verkäuferin spielt mit, die Freundin assistiert – und ja, der Ring wird gekauft. „Er hat nichts gemerkt – und sie sind heute verheiratet“, lacht Molnar. Es sind diese Momente, die zeigen, dass ein Juwelier mehr ist als ein Geschäft: ein Ort für Emotionen, Geschichten und Glanzmomente.
150 Jahre später – alles außer Standard
O.Rein ist längst mehr als ein Dornbirner Traditionshaus. Es ist ein Familienunternehmen mit Herz und Haltung, das die Balance hält zwischen Geschichte und Gegenwart, Handwerk und Digitalisierung, Diamant und Alltag. „Unsere Schmuckstücke erzählen Geschichten – von Menschen, von Momenten und von der Leidenschaft, mit der sie gemacht wurden.“
Juwelier O.Rein
Marktstraße 10, 6850 Dornbirn, Österreich
Weitere Filiale im Messepark Dornbirn
+43/5572/222 14 | office@orein.at | orein.at
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 9.00 bis 18.00
Samstag 9.00 bis 17.00 Uhr
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