Welche Uhren zählen 2026 zu den besten ihres Fachs? Der Grand Prix d’Horlogerie de Genève, kurz GPHG, liefert darauf jedes Jahr seine ganz eigene Antwort. Für die aktuelle Ausgabe stehen die nominierten Zeitmesser fest – SIGNATURE nimmt sie Kategorie für Kategorie unter die Lupe.
Eine Komplikation beginnt dort, wo eine Uhr mehr leistet als die reine Anzeige der Zeit. Doch technische Komplexität allein macht noch keine außergewöhnliche Uhr. Entscheidend ist, wie Mechanik, Funktion und Gestaltung zusammenspielen. Genau dieses Spektrum rückt die Kategorie „Complication“ beim GPHG 2026 in den Mittelpunkt. Die sechs Nominierten zeigen dabei höchst unterschiedliche Ansätze und machen deutlich, wie viel Raum die Haute Horlogerie auch jenseits der klassischen Zeitanzeige für neue Ideen lässt.
CLEGUER: Inspiration One
Mit der Inspiration One debütiert Cleguer technisch anspruchsvoll: Im 38,5‑mm-Weißgoldgehäuse arbeitet ein Handaufzugswerk mit neu interpretiertem Natural Escapement, 12,9‑mm-Unruh und 36 Stunden Gangreserve. Das dezentrale Zifferblatt aus Grand-Feu-Champlevé-Email gibt den Blick auf das Werk frei. Limitiert auf zwölf Stück.
CZAPEK: Time Jumper
Zum zehnten Jahr seit der Wiederbelebung von Czapek wird die Uhr zum kleinen Raumschiff. Unter dem guillochierten Deckel zeigt die Time Jumper springende Stunden im 24-Stunden-Format über zwei Saphirscheiben, die Minuten laufen am Rand. Öffnet man den Deckel, wird das skelettierte neue Automatikkaliber 10.01 sichtbar. Limitiert auf 100 Exemplare.
DOMINIQUE RENAUD: Pulse60 Titanium Black
Die Pulse60 Titanium Black von Dominique Renaud arbeitet mit nur 1 Hz: Ihre große Unruh schwingt 60-mal pro Minute und erreicht dabei eine Amplitude von über 360 Grad. Das Handaufzugswerk bietet 96 Stunden Gangreserve und sitzt in einem 40-mm-Titangehäuse. Die Sekunde folgt direkt dem Rhythmus der Unruh.
LEDERER: CIC 39 InVerto Titanium
Bei der CIC 39 InVerto Titanium holt Bernhard Lederer die sonst verborgene Mechanik auf die Zifferblattseite. Im Mittelpunkt stehen zwei Remontoirs d’égalité, die alle 15 Sekunden Energie an die Hemmung abgeben und so für möglichst konstante Kraft sorgen. Das vollständig in Saint-Blaise entwickelte Handaufzugswerk sitzt in einem leichten 39 Millimeter-Gehäuse aus Titan.
ULYSSE NARDIN X URWERK: UR-FREAK
Zwei eigenwillige Konzepte treffen erstmals aufeinander: Für die UR-FREAK verbindet Ulysse Nardin die rotierende Mechanik der Freak mit URWERKs wandernder Stundenanzeige. Ein neu entwickeltes Manufakturkaliber integriert einen Drei-Stunden-Karussellmechanismus, Siliziumtechnologie und das Grinder-Aufzugssystem. 100 Exemplare werden gebaut.
VIANNEY HALTER: Behrens X Vianney Halter : KWH
Eine alte Stromuhr und die Videospiele Snake und Tetris liefern die Ideen für die KWH von Behrens und Vianney Halter. Das gemeinsam entwickelte Handaufzugskaliber BM06 besteht aus 870 Komponenten; die Stundenanzeige arbeitet mit einer patentierten Mikrokette. Das Gehäuse aus Tantal umschließt sechs Anzeigen und bietet 72 Stunden Gangreserve.
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