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Der Fahrzeuginnenraum wird zum Experimentierfeld für neue Materialien und Technologien. Jaguar und Range Rover zeigen, wie Hightech-Textilien, Naturmaterialien und smarte Funktionen das Interior neu definieren.

Ein Armaturenbrett, das eher an ein Möbel als an ein klassisches Cockpit erinnert: Beim neuen Range Rover GT wird der Innenraum zur eigentlichen Designgeschichte. Das fünfte Mitglied der Range-Rover-Familie ist als Grand Tourer konzipiert und wird zum Marktstart ausschließlich elektrisch angeboten. Im Interieur setzt Range Rover auf textile Flächen, klare Linien und eine Technologie, die sich optisch zurücknimmt. Ein gewebter Textilbezug zieht sich über das gesamte Armaturenbrett und gibt ihm eine fast wohnliche Haptik. Die Lautsprecher sind nahezu unsichtbar darin integriert, ein verdeckter Luftauslass verläuft über die gesamte Breite. Statt einer Ansammlung von Screens findet man ein Single-Screen-Design, ergänzt um das Fahrerdisplay. Die horizontale Linie bleibt damit weitgehend intakt. Weniger Technik ist das natürlich nicht – sie beansprucht nur weniger Raum für ihre Inszenierung. Auch die Proportionen folgen diesem Gedanken: Der GT soll Langstreckenkomfort mit der erhöhten Sitzposition und den Fähigkeiten eines Range Rover verbinden; besonders viel Platz ist für die zweite Sitzreihe vorgesehen. Gefertigt wird das neue Modell im britischen Halewood von EMA-Architektur. Nach dem vollelektrischen Start ist im weiteren Produktzyklus auch eine Hybridversion vorgesehen.

Material Matters

Beim Range Rover SV Ultra rücken die Materialien noch stärker in den Vordergrund. Das Duo-Tone-Interieur in Orchid White und Cinder Grey trifft auf Ultrafabrics, eine lederfreie Alternative mit weicher Haptik, glänzende Keramikelemente sowie ein neues Furnier aus Rattanpalme. Gerade das Furnier ist interessant, weil seine Struktur nicht unter einer perfekten Hochglanzschicht verschwindet. Ein spezielles Veredelungsverfahren erhält die offenporige Oberfläche; lasergefertigte Muster und Mosaikperforationen bringen weitere Strukturen ins Interieur. Material wird hier nicht zur Dekoration eines ansonsten konventionellen Cockpits, sondern bestimmt dessen Charakter. Selbst die Titan-Silver-Lackierung des Exterieurs folgt diesem Spiel mit Oberflächen: Feine Aluminiumflitter erzeugen je nach Licht eine Wirkung, die an flüssiges Metall erinnert.

First Look: Inside

Jaguar zeigt beim neuen Type 01 zuerst, was innen passiert. Das komplette Fahrzeug wird erst am Abend des 6. Oktober 2026 in New York enthüllt. Zu unserem Druckschluss lagen deshalb noch keine Bilder davon vor – sobald Jaguar sie veröffentlicht, zeigen wir den Type 01 auf signature​.at. Das Interieur verrät allerdings schon einiges darüber, wohin die Marke gestalterisch will. Während klassische Cockpits vor allem horizontal organisiert sind, zieht Jaguar die Architektur in die Länge. Eine markante Mittelkonsole läuft durch die gesamte Kabine und teilt sie in vier individuelle Bereiche. Fahrer und Passagiere sitzen damit nicht einfach vor einem gemeinsamen Armaturenbrett, sondern stärker in ihren jeweils eigenen Zonen. Die tiefe GT-Sitzposition setzt Fahrer und Passagiere zusätzlich stärker in den Raum hinein. Auch bei den Materialien sucht Jaguar die Nähe zum Interior Design. Als Inspiration nennt die Marke Travertin und die Texturen handgefertigter Stoffe. Messingfarbene Oberflächen ziehen sich über die Mittelkonsole und die Oberseiten der Türen. Streifenförmige Strukturen führen die Linien von der Motorhaube in das schlanke Armaturenbrett weiter und verbinden damit optisch Außen- und Innenraum. Technologie soll sich auch hier nicht permanent in den Vordergrund drängen. Funktionen und Fächer bleiben verborgen, bis sie gebraucht werden. Eine Ausnahme ist das digitale ClearSight-Rückfahrdisplay: Es sitzt zentral am unteren Rand der Windschutzscheibe und damit auf einer Höhe mit den Außenspiegeln. Displays verschwinden also nicht, sie bekommen einen klar definierten Platz innerhalb der Architektur.

Der Range Rover GT arbeitet horizontal, ruhig und textil; der SV Ultra setzt stärker auf die Eigenwirkung ungewöhnlicher Materialien. Jaguar zieht den Raum dagegen in die Länge und arbeitet mit Kontrasten zwischen Travertin-Anmutung, Stoff und messingfarbenen Flächen. Gemeinsam ist ihnen die Entscheidung, den Innenraum wieder als gestalteten Raum zu behandeln – und nicht als möglichst große Fläche für Bildschirme.


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