Glänzend, glamourös, grandios: Im High-Jewelry-Special werfen wir einen Blick auf die spektakulärsten Kollektionen des Jahres – und damit auch auf die renommiertesten Juweliere. Unter ihnen das Wiener Atelier Heldwein. Anton Heldwein und Sebastian Schröter sprechen über die einzigartige DNA des Ateliers, um Personalisierung als gelebte Praxis – und um die Frage, was High Jewelry heute wesentlich macht.
Bei Heldwein werden Edelsteine nicht nur gefasst, sondern gekonnt in Szene gesetzt: Farbe, Schliff und Form dienen dem Traditionshaus, das 1902 in Wien seine Türen öffnete, als Ausgangspunkt für das Haute-Joaillerie-Design. Ergänzt wird die Ideenfindung durch neu interpretierte Skizzen aus dem hauseigenen Archiv. Authentische Heldwein-Stücke tragen bis heute das Symbol der Meisterpunze als Qualitätsmerkmal. Zudem wird die Tradition beständig um Innovationen ergänzt, indem neue Materialien sowie moderne Techniken Teil der Juweliersarbeit werden.
Im Gespräch mit Signature sprechen die Geschäftsführer Anton Heldwein und Sebastian Schröter über die Handschrift des Ateliers, Personalisierung in der Schmuckkunst und die Essenz von High Jewelry.
Wir schöpfen aus einem reichen handwerklichen Erbe und kreieren daraus Schmuckstücke, die sowohl zeitlos als auch modern sind. – Anton Heldwein
Jeweled Design: Anton Heldwein und Sebastian Schröter im Interview
Herr Heldwein, Sie führen Heldwein bereits in fünfter Generation – woran erkennt man für Sie die Handschrift von Heldwein?
Anton Heldwein: Die Handschrift von Heldwein erkennt man an der besonderen Verbindung von Tradition und Innovation. Wir schöpfen aus einem reichen handwerklichen Erbe und kreieren daraus Schmuckstücke, die sowohl zeitlos als auch modern sind. Getreu unserem Leitbild Altes zu bewahren und gleichzeitig Neues zu schaffen. Dieses Motto prägt all unser Denken und Tun – es vereint handwerkliche Präzision, hochwertige Materialien und kreatives Design zu einer unverwechselbaren Handschrift, die für höchste Qualität steht.
Was ist für Sie die Essenz von High Jewelry im Unterschied zu klassischem Schmuck?
Anton Heldwein: Die Essenz von High Jewelry liegt für uns in der Einzigartigkeit und künstlerischen Tiefe jedes einzelnen Stücks. Während unser handgefertigter, klassischer Schmuck mit viel Sorgfalt entworfen wurde und in verschiedenen Ausführungen im Store erhältlich ist, entstehen High Jewelry Stücke meist als aufwendige Unikate: Sie zeichnen sich durch imposante Designs, außergewöhnliche Edelsteine mit seltenen Schliffen und einer besonders zeitintensiven Kreationsphase aus. Beide Welten – klassischer Schmuck und High Jewelry – stehen bei uns für höchste Handwerkskunst, Qualität und Liebe zum Detail. Der Unterschied liegt nicht im Wert, sondern in der Ausdrucksform.
Woher stammt die Inspiration für eure High Jewelry? Werden historische Entwürfe neu gedacht oder original übernommen? Inwiefern bestimmen die Edelsteine das Design?
Anton Heldwein: Die Inspiration für unsere High Jewelry Stücke ist vielfältig. Wir lassen uns einerseits von aktuellen Trends leiten, achten aber stets darauf, dass jedes Schmuckstück unverkennbar die Handschrift von Heldwein trägt. Eine besondere Quelle ist unser Archiv: Mappen mit zahlreichen Skizzen vergangener Entwürfe – manche Jahrzehnte alt – dienen uns oft als kreativer Ausgangspunkt. Es kommt vor, dass wir einzelne Elemente daraus neu interpretieren und in moderne High Jewelry Kreationen einfließen lassen. Fast immer jedoch beginnt der Prozess mit dem Edelstein: Seine Farbe und sein Schliff geben die Richtung vor – das Design entsteht dann rund um diesen besonderen Stein.
Herr Schröter: Wie stark ist der Trend zur Personalisierung in Ihrem Geschäft spürbar? Und welche Rolle spielt hierbei 3D-Design?
Sebastian Schröter: Der Trend zur Personalisierung ist in unserem Geschäft deutlich spürbar – auch wenn Individualität bei Heldwein schon immer einen hohen Stellenwert hatte. Viele unserer Kundinnen und Kunden kommen mit konkreten Vorstellungen, die wir mit großer Sorgfalt umsetzen. Dabei spielt 3D-Design eine zentrale Rolle: Es ermöglicht uns, bereits in der Entwurfsphase ein präzises digitales Modell zu erstellen, das dem Kunden einen realistischen Eindruck des finalen Stücks vermittelt. Auf Wunsch fertigen wir auch einen 3D-Druck an, sodass der Prototyp physisch erlebbar wird – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum ganz persönlichen Schmuckstück.
Gibt es neue Materialien oder Techniken, oder auch Erwartungen der heutigen High-Jewelry-Kunden, die Sie besonders im Blick haben?
Sebastian Schröter: Ja, sowohl neue Materialien als auch innovative Techniken gewinnen in unserem Handwerk zunehmend an Bedeutung. Ein besonderes Beispiel durften wir kürzlich präsentieren: ein High-Jewelry-Collier, bei dem der Boden der Edelsteinfassungen mit einer Vogelfeder gewalzt wurde. Dadurch entstand eine faszinierende Optik, die sich durch das einfallende Licht eindrucksvoll im Stein widerspiegelt. Gefertigt wurde dieses Stück in unrhodiniertem Weißgold – ein Material, das weniger bekannt ist, da Weißgold meist in seiner rhodinierten Form verwendet wird.
Beim Rhodinieren wird das Schmuckstück mit einer feinen Schicht Rhodium überzogen – einem Edelmetall, das für seine helle Farbwirkung geschätzt wird. Das sogenannte „Weißgold“, wie es viele kennen – mit seinem typischen, kühlen Glanz – ist in der Regel rhodiniert. Das unrhodinierte Weißgold hingegen hat einen wärmeren, natürlicheren Ton, der in diesem Fall die Pavé-Elemente und die verwendeten Berylle besonders schön zur Geltung bringt. Solche Kombinationen zeigen, dass auch die Erwartungen unserer Kundinnen und Kunden stetig wachsen – sie suchen nach dem Besonderen, nach Techniken und Materialien, die Geschichten erzählen und visuell wie handwerklich überraschen.
Abschließend: Gibt es eine bestimmte Heldwein-Kreation, die Ihnen beiden persönlich besonders am Herzen liegt?
Sebastian Schroeter: Das zuvor beschriebene Collier ist tatsächlich eines jener Stücke, die mir persönlich besonders am Herzen liegen. Es vereint für mich viele Aspekte, die unsere Arbeit ausmachen: außergewöhnliche Materialien, handwerkliche Präzision, kreative Techniken und die Suche nach einer neuen, erzählerischen Ästhetik. Solche Kreationen entstehen nicht alltäglich – umso mehr freut es mich, wenn sie auch unsere Kundinnen und Kunden begeistern.
Anton Heldwein: In unserer aktuellen Kampagne verpasse ich meinem Lieblingsstück gerade den letzten Feinschliff – es handelt sich um ein Paar Ohrgehänge mit Wassermelonen-Turmalinen. Mit einer Leidenschaft für außergewöhnliche Steine hat mich dieses Schmuckstück sofort begeistert: Besonders der charakteristische Farbverlauf von Rosa zu Grün verleiht dem Turmalin eine ganz eigene, fast malerische Ausstrahlung. Spannend finde ich bei diesem Stück auch die Zusammensetzung verschiedener Schliffe innerhalb des Designs – das Zusammenspiel von Formen und Facetten bringt Bewegung und Leichtigkeit in die Komposition. Für mich ist es genau diese Verbindung aus ausdrucksstarkem Stein und durchdachtem Design, die ein Schmuckstück besonders macht.
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