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Mitten im Trubel der Milano ­Design Week treffen wir im Roche-Bobois-Showroom auf einen Mann, der das Design des 21. Jahrhunderts als globale Konversation versteht. Stephen Burks, der erste US-Designer des französischen Traditionshauses, spricht über seine neue Outdoor-Kollektion Catalina“ – und warum wahre Innovation immer auf den Schultern von Giganten steht.

Inmitten seiner Entwürfe eröffnet Stephen Burks das Gespräch mit einem Thema, das ihn derzeit bewegt: der Catalina Collec­tion“. Sie definiert sich über ihre Konstruktion – ein tragender Rahmen aus Edelstahl, dessen Linienführung eine ungewohnte Weichheit in den Außenraum bringt. Die Profile schwingen in Kurven, die Burks selbst als eine Referenz an die französische Lebensart beschreibt; eine Eleganz, die man eher in einem Atelier als in einer Metallwerkstatt vermuten würde. Wir wollten einen extremen visuellen Komfort schaffen“, erklärt Burks, während er über die handgefertigten Details der Armlehnen streicht. Noch bevor man sich setzt, vermittelt der Rahmen ein Gefühl des Willkommenseins.“

L’Art de Vivre in Edelstahl

Was auf den ersten Blick wie ein fragiles Kunstwerk wirkt, ist für die Ewigkeit gebaut. Burks hat sich bewusst für Edelstahl entschieden – ein Material, das er aus der Welt des Yachtings kennt. Es ist das haltbarste Material für den Außenbereich. Die Investition in höchste Qualität hat auch mit höchster Fertigungsqualität zu tun.“ Dass die Kollektion dennoch eine spielerische Leichtigkeit bewahrt, liegt an der Symbiose aus französischer Lebensart und amerikanischem Innovationsgeist. Seit 2014 arbeitet Burks mit Roche Bobois zusammen und verschiebt dabei stetig die Grenzen dessen, was wir unter Outdoor-Möbeln verstehen.

Vom Auteur zum Teamplayer

Burks’ Ansatz ist alles andere als elitär. Sein Stephen Burks Man Made arbeitet nomadisch. Der Designer des 20. Jahrhunderts wurde oft als eine Art Auteur verstanden, abgekoppelt von den Orten und Menschen, für die er gestaltet“, reflektiert er. Er selbst hingegen sucht die Nähe zum Handwerk, hat in über 25 Ländern mit Hunderten von Kunsthandwerksgruppen zusammengearbeitet. Diese immersive Erfahrung“ fließt in jedes Detail ein – bis hin zu den Stoffen. Die Partnerschaft mit Missoni war für ihn dabei ein logischer Schritt; sieben Jahre lang beriet er das italienische Modehaus. Das Ergebnis ist ein dynamisches Spiel aus Texturen und Mustern, das die strengen Linien des Edelstahls bricht.

Das Erbe der Giganten

Im Gespräch wird deutlich, dass Burks Design nicht als Neuerfindung auf der grünen Wiese begreift. Ich glaube nicht, dass wir unsere Geschichte jemals hinter uns lassen sollten. Wir alle tragen sie mit uns weiter.“ Ob es die biologischen Vorfahren sind oder die gestalterischen Vorbilder – alles fließt in seine Arbeit ein. Sein großer Traum? Ein erfolgreiches modulares Sofa für Roche Bobois. Ein Stück, das die Grenze zwischen Innen und Außen endgültig auflöst.

Ein Plädoyer für die Tiefe

Als das Gespräch auf die Medienwelt kommt, blitzen die Augen des Bibliophilen auf. In einer Welt der oberflächlichen Social-Media-Eindrücke fordert er mehr Longform-Journalismus“. Es ist ein Kompliment an die Arbeitsweise von Signature: Wir brauchen dieses physische Erlebnis und Geschichten, die in die Tiefe gehen.“ Bevor er sich verabschiedet, gibt er uns noch einen persönlichen Tipp mit auf den Weg – eine Story über Nachhaltigkeit und österreichisches Unternehmertum rund um Anna Prinzhorn und ihr Projekt One For Hundred. Es ist dieser Geist der Vernetzung und des gegenseitigen Respekts, der Burks’ Arbeit so authentisch macht.


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