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Mit der neuen Monobrand-Boutique in der Bognergasse 7 bringt Jacob & Co. sein Universum aus Haute Horlogerie, High Jewelry und Inszenierung erstmals nach Österreich. Im Interview spricht Gründer Jacob Arabo über Wien, unmögliche Ideen, Bugatti-Uhren und die neue Bedeutung von Diamanten.

Wien ist für Jacob & Co. kein zufälliger neuer Standort. Die Stadt, in der Oper, Architektur und imperiale Grandezza zum kulturellen Grundrauschen gehören, bietet der New Yorker Maison eine Bühne, die erstaunlich gut zu ihrem eigenen Selbstverständnis passt. Jacob & Co. versteht Uhrmacherei seit jeher als Spektakel: Zeit wird nicht nur gemessen, sondern choreografiert, in Bewegung gesetzt und emotional aufgeladen.

die Angel Cut Watch and Stone von Jacob & Co.
Jacob & Co. ©
Jacob & Co. Angel Cut Watch and Stone

Mit der Eröffnung der neuen Monobrand-Boutique in der Bognergasse 7 setzt die Marke nun ein deutliches Zeichen in Europa. Es ist die erste Jacob & Co. Boutique in Österreich und zugleich die größte der Maison auf dem Kontinent. Präsentiert werden dort Haute Horlogerie, Haute Joaillerie und jene raumgreifende Markenwelt, die Jacob & Co. in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der auffälligsten Namen im internationalen Luxussegment gemacht hat.

Gegründet 1986 in New York von Jacob Arabo, hat die Maison früh verstanden, dass Luxus stärker wirkt, wenn er sich nicht zurücknimmt. Statt stiller Codes: große Gesten. Statt klassischer Zurückhaltung: mechanische Theaterstücke am Handgelenk. Uhren wie die Astronomia, die Bugatti-Modelle oder das Casino Tourbillon stehen für einen Zugang, der High Watchmaking, Popkultur und technische Virtuosität miteinander verschränkt. Dass Jacob & Co. mit Persönlichkeiten wie Jay‑Z, Beyoncé, Rihanna, Cristiano Ronaldo oder Pharrell Williams verbunden ist und Partnerschaften mit Bugatti, Paramount, Warner Bros., Alec Monopoly oder Supreme einging, wirkt in diesem Kontext weniger wie Marketing als wie eine logische Erweiterung eines eigenen kreativen Kosmos.

Zur Eröffnung in Wien war Gründer und Chairman Jacob Arabo persönlich vor Ort. Im Gespräch erklärt er, warum Wien für Jacob & Co. mehr ist als ein weiterer Luxusstandort, welche Rolle Emotion in der Uhrmacherei spielt und warum Diamanten heute anders gelesen werden als früher.

Unser exklusives Interview mit Jacob Arabo, Gründer und Chairman von Jacob & Co.

Jacob Arabo mit einem Angel Cut Diamanten
Jacob & Co. ©
Jacob & Co. Gründer und "King of Bling" Jacob Arabo

Signature: Wien ist weltberühmt für seine Operntradition und seine imperiale Ästhetik. Wie passt die Opera Collection – als mechanische Bühne am Handgelenk – zum Lebensgefühl dieser Stadt? Und warum war gerade jetzt der richtige Moment, eine eigene Boutique in Wien zu eröffnen?

Jacob Arabo: Wien ist eine Stadt, in der Kultur nicht einfach bewahrt, sondern gelebt wird. Sie verbindet Geschichte, Kultur und Raffinesse auf eine sehr eigene Weise und versteht Kunstfertigkeit auf höchstem Niveau – von der Musik bis zur Architektur. Das passt sehr eng zu dem, wofür wir stehen.

Die Opera Collection folgt demselben Gedanken. Sie verwandelt Uhrmacherei in eine Performance, in etwas, das man erlebt und nicht nur betrachtet. Für uns geht es nicht darum, an einem Ort einfach präsent zu sein. Es geht darum, Teil eines kulturellen Umfelds zu werden, das Exzellenz, Kreativität und Handwerk wirklich schätzt.

Wien besitzt genau diese Tiefe. Deshalb ist die Stadt der richtige Ort, um das Universum von Jacob & Co. auf sinnvolle Weise zu zeigen. Beim Timing ging es um Übereinstimmung. Wenn der richtige Moment und die richtigen Bedingungen zusammenkommen, handelt man.

Ihr Leitsatz lautet Inspired by the Impossible“. Gab es jemals ein Projekt, das selbst für Sie lange undurchführbar wirkte?

Für mich beginnt alles mit Emotion und Kreativität. Die Idee steht immer am Anfang. Um sie zum Leben zu erwecken, müssen wir technische und kreative Grenzen verschieben. Dabei geht es nicht darum, Rekorde zu brechen oder zu beweisen, dass etwas Unmögliches möglich ist. Es geht um Umsetzung.

Man nimmt etwas, das zunächst nur im Kopf existiert, und macht es real. Und wir arbeiten so lange daran, bis es genau dort ist, wo es sein muss.

Mit Projekten wie dem Burj Binghatti bewegt sich Jacob & Co. längst über Uhren und Schmuck hinaus. Entsteht hier ein komplettes Jacob & Co. Ökosystem?

Ich denke nicht in Kategorien wie Ökosystem. Über die Jahre haben wir ein starkes Universum in der Haute Horlogerie und der Haute Joaillerie geschaffen – jeweils mit einer klaren Vision und einer sehr deutlichen Identität.

Was wir jetzt tun, ist die Erweiterung dieses Universums in neue Bereiche. Es geht darum, unsere Designsprache, unsere Kreativität und unser handwerkliches Niveau in andere Formen zu übertragen. Jedes Projekt, egal in welcher Kategorie, muss dieselbe Energie und denselben Anspruch tragen.

Für mich geht es nicht um Diversifikation um ihrer selbst willen. Es geht darum, eine konsistente, immersive Welt zu schaffen, die alles widerspiegelt, wofür Jacob & Co. steht.

Ob Bugatti, Cristiano Ronaldo oder The Godfather – Ihre Partnerschaften wirken wie Allianzen zwischen Giganten. Wonach entscheiden Sie, wer wirklich Teil der Jacob & Co. Welt werden kann?

Wir arbeiten mit den Besten, weil wir selbst in alles, was wir tun, unser Bestes einbringen. Entscheidend ist Übereinstimmung – nicht nur im Image, sondern in den Werten und in der Denkweise.

Die richtigen Partner sind jene, die denselben Anspruch haben und bereit sind, Grenzen zu verschieben. Wenn diese Übereinstimmung vorhanden ist, geht es über eine klassische Kooperation hinaus. Dann entsteht ein echter kreativer Austausch.

Jacob & Co. Godfather II
Jacob & Co. ©
Jacob & Co. Godfather II

Die Bugatti Chiron Uhr simuliert einen laufenden W16-Motor am Handgelenk. Welche Rolle spielt Spieltrieb in Ihrem kreativen Prozess?

Für uns beginnt es nicht mit Spieltrieb. Es beginnt mit Emotion. Jede Idee startet mit der Frage, was ein Stück bei jemandem auslösen soll. Von dort aus entsteht die Herausforderung, diese Idee zum Leben zu bringen.

Die Mechanik ist essenziell, weil sie der Idee Glaubwürdigkeit gibt und sie real macht. Aber sie ist nicht der Ausgangspunkt. Der Ausgangspunkt ist Emotion. Wenn beides auf höchstem Niveau zusammenkommt, entsteht etwas wirklich Kraftvolles.

Eine Uhr handelt nicht nur von Zeit. Sie handelt von Identität, Kreativität und persönlichem Ausdruck. Deshalb wirken unsere Stücke weit über die klassische Uhrmacherei hinaus und verbinden sich mit Kultur, Emotion und Vorstellungskraft.

Wir lassen uns von überall inspirieren – von Musik, Kino, Kunst und dem Leben selbst. Genau das gibt unseren Kreationen ihre Energie. Was wir schaffen, soll nicht bloß funktionieren. Es soll erlebt werden. Dieser Zugang ist über die Jahre gleich geblieben. Unsere Aufgabe ist es, zu erweitern, was Uhrmacherei sein kann, und Ideen auf eine Weise zum Leben zu bringen, die bedeutungsvoll und lebendig wirkt.

Jacob Arabo mit einer pinken Jacob & Co. Uhr
beigestellt ©
Jacob & Co. Gründer und "King of Bling" Jacob Arabo

Sie wurden einst als King of Bling“ bekannt. Wie hat sich die Bedeutung von Diamanten heute verändert?

Diamanten waren immer eine Form des Ausdrucks. Verändert hat sich die Absicht dahinter. Heute geht es weniger darum, anderen etwas zu zeigen. Es geht stärker darum, etwas Persönliches auszudrücken.

Menschen sind heute sicherer in ihrer eigenen Identität. Sie wollen keinem bestimmten Bild folgen, sondern ihr eigenes definieren. Diamanten sind zu einer Möglichkeit geworden, diese Individualität, diese Denkweise und dieses Selbstverständnis sichtbar zu machen.

Für mich waren Diamanten nie nur eine Frage des materiellen Werts. Es geht um Präsenz, Energie und Emotion. Wenn sie richtig eingesetzt werden, fallen sie nicht einfach auf. Sie erzählen eine Geschichte. Genau das macht sie heute relevant.


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