Julie Mehretu ist eine der einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart. Ihre bislang umfassendste Ausstellung in Deutschland “KAIROS” ist vom 10. Mai bis 12. Oktober 2025 im Düsseldorfer K21 zu sehen. Anlässlich der Eröffnung sprach Signature mit ihr über ihre Arbeit, das 20. BMW Art Car und darüber, was Luxus für sie bedeutet.
Mehretu, 1970 in Addis Abeba geboren, hat Frühwerke ihrer „story maps of no location“ erstmals für eine Ausstellung in Deutschland vereint. Man spürt ihre Fluchtgeschichte, wenn fragmentierte Straßennetze, Topografien und zeitgenössische Medienbilder – von Grenfell Tower bis Saddam-Hussein-Palast – zu vielschichtigen Netzwerken wachsen. Jeder Pinselstrich ist wie ein Kartenschlüssel, jede Farbschicht ein historischer Kommentar.
Ein Art Car für BMW
Ein Highlight ist die Maquette des 20. BMW Art Car, in deren „Everywhen“-Design sich Leinwand und Rennstrecke spiegeln. Die Filigranität ihrer Großformate trifft hier auf die Präzision automobiler Technik. Die 50-jährige Jubiläumstour der rollenden Skulpturen ist gerade auf Welttournee und machte nach München direkt Halt im Wiener MAK (Signature berichtete).
Was gibt es zu sehen?
Drei Ausstellungskapitel beleuchten Mehretus Werdegang: die Entwicklung ihres ikonischen Zeichenrepertoires, die Druckgrafiken als Atelier-Experimente und zuletzt die gewaltigen Leinwände, in denen Airbrush- und Siebdruckpassagen mit rauchigen Explosionen kollidieren. Einige Papierarbeiten aus den 1990er Jahren sind erstmals zu sehen – die Keimzelle ihrer späteren Monumentalkunst.
„KAIROS“: ein pulsierender Dialog
Mehr als jede Retrospektive ist „KAIROS“ ein pulsierender Dialog: Wie übersetzt Malerei Macht, Bruch und Neuanfang in Bildpoesie? Und wie formt Abstraktion unsere Erinnerung? Ein Besuch im K21 liefert Antworten – oder wirft neue Fragen auf.
Mehr über Julie Mehretu und wie es dazu kam, dass sie BMW für das 20. Art Car erst absagte und sich dann doch dafür entschied, lesen Sie in unserer nächsten Ausgabe “The Art of Summer”.
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