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2026 feiert Patek Philippe das 50-jährige Jubiläum der Nautilus“ – jener Uhr, die seit ihrer Lancierung 1976 zu den bedeutendsten Entwürfen der Haute Horlogerie zählt. Was einst als ungewöhnliche Interpretation sportlicher Eleganz begann, entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer der begehrtesten Uhrenkollektionen überhaupt. Ihre weich oktogonale, von einem Schiffs-Bullauge in­spirierte Lünette, die harmonisch inte­grierte­ Konstruktion sowie das horizontal geprägte Zifferblatt gaben ihr früh eine Gestalt, die bis heute unverkennbar geblieben ist.

Als die Nautilus“ Mitte der 1970er-Jahre erschien, galt sie innerhalb der traditionellen Haute Horlogerie fast als Provokation. Eine sportliche Luxusuhr mit markanter Gehäuseform, ursprünglich in Stahl und bewusst informeller gedacht als klassische Goldzeitmesser – für viele Sammler ein überraschender Schritt. Entworfen von Gérald Genta, entwickelte sich die Nautilus“ rasch zu einer eigenständigen Designikone und bewies, dass sportliche Funktionalität und höchste Uhrmacherkunst keinen Widerspruch darstellen müssen.

Bemerkenswert ist dabei, wie konsequent sich das Design über Jahrzehnte behauptet hat. Während viele Sportuhren immer wieder grundlegend überarbeitet wurden, blieb die Nautilus“ immer sie selbst. Auch neue Materialien, Größen oder Komplikationen veränderten ihren Kern nicht – denn das ikonische Design wurde behutsam weiterentwickelt. Gerade darin liegt bis heute ihre Besonderheit: Trotz zahlreicher Weiterentwicklungen blieb die Nautilus“ sich selbst stets treu. Unterschiedliche Größen, Materialien und Komplikationen erweiterten die Kollektion über Jahrzehnte, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verändern. Die Balance aus sportlicher Robustheit und zurückhaltender Eleganz macht sie bis heute zu einer jener Uhren, die Generationen von Sammlern gleichermaßen begeistert.

Zum 50-jährigen Jubiläum interpretiert die Genfer Manufaktur die Ikone in vier limitierten Editionen neu. Drei Armbanduhren konzentrieren sich bewusst auf das Wesentliche: Stunden und Minuten, reduziert auf klare Proportionen und angetrieben vom extraflachen Kaliber 240 – einem Werk, das bereits 1977 vorgestellt wurde und bis heute zu den bedeutenden Kalibern des Hauses zählt. Die Jubiläumsmodelle erscheinen in Weißgold oder Platin und greifen bekannte Codes der Nautilus“ auf: das fein strukturierte Zifferblatt, das Wechselspiel von satinierten und polierten Flächen sowie jene präzise Linienführung, die den Charakter der Uhr seit fünf Jahrzehnten prägt.

Während die Weißgoldversion mit Metallarmband die klassische Interpretation verkörpert, setzt die Variante mit marineblauem Kompositarmband und diamantbesetzten Details subtilere Akzente. Ergänzt wird die Jubiläumsreihe durch eine Nautilus“-Tischuhr mit Acht-Tage-Werk – eine ungewöhnliche Neuinterpretation des ikonischen Designs.

Patek Philippe Grand Complications Celestial“

Parallel dazu offenbart die Manufaktur eine ganz andere Dimension ihrer Uhrmacherkunst: Die Grand Complications Celestial“ zählt zu den poetischsten Zeitmessern des Hauses. Ihr Zifferblatt bildet den Sternenhimmel über Genf ab und ­verbindet astronomische Anzeigen mit außergewöhnlicher Präzision. Neben Sternenkonstellationen zeigt sie die Bewegung des Himmelsgewölbes sowie Mondphasen und Himmelszeit an. Sie ist eine jener Uhren, die weit über das reine Anzeigen der Zeit hinausgehen und technische Komplexität mit visueller Ruhe verbinden.

Patek Philippe Rare Handcrafts“

Mit der Ausstellung Haut Artisanat 2026öffnete Patek Philippe in den historischen Salons an der Genfer Rue du Rhône erneut ein außergewöhnliches Fenster in die kreative Welt der Manufaktur. 65 Einzelstücke und limitierte Editionen zeigten eindrucksvoll, wie eng höchste Uhrmacherkunst und selten gewordene Handwerkstechniken miteinander verbunden sind. Emailleure, Graveure, Guillocheure und Marqueteure demonstrierten vor Ort jenes Wissen, das vielerorts längst verschwunden ist, aber bei Patek Philippe bewusst bewahrt und weiterentwickelt wird. Ob farbintensive Cloisonné-Emaillearbeiten, feinste Miniaturmalerei oder Mikro-Marqueterie: Die ausgestellten Zeitmesser wirkten weniger wie Objekte reiner Präzision und eher wie tragbare Kunstwerke – Ausdruck jener kreativen Tiefe, die die Genfer Manufaktur seit Generationen auszeichnet.

Juwelier Heldwein im Talk: Sebastian Schroeter über die zeitlose Faszination von Patek Philippe

50 Jahre Nautilus“, 65 neue Rare Handcrafts“-Kreationen, technische Meisterleistungen und eine Partnerschaft, die über Jahrzehnte gewachsen ist: Patek Philippe blickt 2026 nicht nur auf bedeutende Jubiläen und Innovationen, sondern verkörpert wie kaum eine andere Manufaktur die Verbindung von Tradition und Zukunft. Im Gespräch spricht Sebastian Schroeter, Geschäftsführer von Juwelier Heldwein, über die zeitlose Faszination der Nautilus“, die Bedeutung handwerklicher Exzellenz in einer digitalen Welt und die besondere Zusammenarbeit mit Patek Philippe.

Sebastian Schroeter, Geschäftsführer von Juwelier Heldwein
Beigestellt ©
Sebastian Schroeter, Geschäftsführer von Juwelier Heldwein

Die Nautilus“ feiert ihr 50-jähriges Bestehen – eine Ära, in der sich die Welt grundlegend gewandelt hat. Was ist es aus Ihrer Sicht, das dieses Design im Jahr 2026 noch immer so unantastbar macht, während andere Sportuhren längst wieder aus den Kollektionen verschwunden sind?
Ich denke, die klare und individuelle Formensprache, die sich als zeitloses ikonisches Design durchgesetzt hat. Ob nun die Ur-Form oder die Große Komplikation – der Ewige Kalender – in verschiedenen Diamatern und Materialien: Die Nautilus“ schafft es immer wieder, aufs Neue zu ­begeistern, und bleibt sich selbst doch immer treu.

Patek Philippe investiert massiv in die Bewahrung fast vergessener Künste wie Emaille, Guillochierung oder Mikro-Marqueterie. Wenn Sie eines dieser 65 neuen Rare Handcrafts“-Meisterwerke in den Händen halten: Ist das für Sie noch eine Uhr, oder sprechen wir hier bereits von musealer Kunst, die zufällig die Zeit anzeigt?
Persönlich begeistern mich die Handwerkskünste natürlich enorm. Es ist jedoch die Besonderheit der Themen und Motive dieser Einzelstücke und Kleinstserien, dass sie nicht nur Kunstobjekt, sondern vielmehr ein tragbares Sammlerstück für Uhrenliebhaber sind. Oftmals sind es genau diese persönlichen Bezüge zu einem Motiv, die die Uhr dann zu etwas ganz Besonderem machen. 

In einer Zeit der digitalen Schnelllebigkeit setzt Patek auf extreme Langsamkeit und handwerkliche Tiefe. Wie spüren Sie diese Philosophie im direkten Dialog mit Ihren Kunden – suchen die Menschen heute bei Patek Philippe mehr als nur ein Statussymbol? Suchen sie vielleicht eine Gegenwelt zum Alltag?
Die Faszination für Design und Technik begeistert Menschen und vor allem Patek-Philippe-Kunden in jedem Fall. Durch die Liebe zum Detail lässt Patek Philippe nicht nur hochpräzise, sondern auch handwerklich perfektionierte Zeitmesser entstehen und bestätigt dies mit seinem Patek-Philippe-Siegel und dessen Charta-Punkten. 

Das Haus Heldwein und Patek Philippe verbindet eine jahrzehntelange Partnerschaft. Was unterscheidet die Zusammenarbeit mit dieser Manufaktur von der mit anderen Häusern? Gibt es diesen einen Moment oder diese eine Eigenschaft, die für Sie die Patek-Signatur in Ihrer täglichen Arbeit ausmacht?
Persönlich ist mir bei unserem 50-jährigen-Jubiläum im Herbst 2024 klar geworden, dass ich gerne noch das 100-jährige ausrichten möchte, wenn auch sicherlich in anderer Funktion. Aber ich denke, es ist diese langfristige Perspektive und das ­Bestreben nach Perfektion, welche die Partnerschaft mit Patek Philippe und der Familie Stern so einzigartig macht und es uns ermöglicht, den Kunden ein besonderes Erlebnis zu bieten.

Wenn Sie auf die aktuellen Entwicklungen blicken – von der neuen Cubitus Grand Complication“ bis zur innovativen Uhrmacherkunst des Hauses – in welche Richtung lenkt Patek Philippe die Haute Horlogerie Ihrer Meinung nach? Was ist die Handschrift der Zukunft, die wir hier heute sehen?
Diese Frage kann wohl nur Herr Stern persönlich beantworten, doch ich denke, wir sehen in den letzten Jahren eindeutig seine Handschrift und wohl schon bald den Einfluss seiner Söhne, die stetige Weiterentwicklung der Technik und auch Farbwelten und Designs der vielseitigen Kollektionen. 

Gab es in der Vergangenheit eine gewisse Trennung zwischen klassischen und komplizierten Kollektionen und Modellen, meist mit Alligator-Lederband, und den sportlichen Kollektionen mit Metall- oder Kautschukbändern, so verschwimmen diese Grenzen heute spielerisch mit einer Vielzahl von Materialien und Farben bei den Uhrbändern: strahlende Farben, die mit verschiedensten Techniken wie dem Sonnenschliff oder Spezial-Lackierungen jeder Referenz ihr eigenes Zifferblatt und daher auch eine ganz eigene Optik verleihen. Oder Große Komplikationen wie die 5270P“-Serie, die mit sportlichen Armbändern aus Verbundmaterialien und Kontrastnähten in Zifferblattfarbe wohl das Herz eines jeden Uhrenliebhabers höher schlagen lassen.

Herrn Steins langfristige Vision und der Mut, auch etwas Neues und Gewagtes zu probieren, wird uns somit auch in Zukunft immer wieder überraschen und begeistern.


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