teilen via

Ein Miró mit Millionen-Schätzung, eine seltene Arbeit von Paula Modersohn-Becker, Christos Erinnerung an The Gates und Positionen von Tony Cragg bis Sam Francis: Die Juni-Auktionen von KARL&FABER in München versprechen in diesem Jahr eine ungewöhnlich vielseitige Auswahl.

Zwischen Klassischer Moderne, Nachkriegskunst und zeitgenössischen Positionen zeigt sich nicht nur, was aktuell auf den Markt kommt, sondern auch, welche Werke Sammlerinnen und Sammler derzeit besonders interessieren.

Mehr als ein Vierteljahrhundert wurde in Deutschland kein Miró dieser Qualität angeboten. Das Werk Peinture von 1936, das aus einer Privatsammlung in Monaco stammt, markiert zugleich eine spannende Schaffensphase des Künstlers. Im Sommer 1936 experimentierte Miró mit ungewöhnlichen Materialien wie Kasein, Teer und Sand auf Masonit und entwickelte seine poetisch-abstrakte Bildsprache konsequent weiter. Mit einer Schätzung von zwei bis zweieinhalb Millionen Euro dürfte Peinture zum Höhepunkt der Juni-Auktionen werden.

Doch gerade die Bandbreite macht den Reiz der Versteigerungen aus. Anlässlich ihres 150. Geburtstags rückt etwa Paula Modersohn-Becker erneut in den Fokus. Ihr Werk Zwei Mädchen an einem Birkenstamm stehendzählt zu jenen sensiblen Kinderdarstellungen, für die die Worpsweder Künstlerin heute besonders geschätzt wird. Entstanden kurz nach ihrer ersten Begegnung mit der Pariser Avantgarde, verbindet die Arbeit emotionale Tiefe mit einer Modernität, die bis heute bemerkenswert wirkt.

Auch die Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts ist vertreten. Eine expressive Collage von László Moholy-Nagy, gewidmet an den Dada-Mitbegründer Tristan Tzara, verweist auf die experimentelle Energie der Zwischenkriegszeit und die Impulse des Bauhauses, das Kunst, Fotografie und Gestaltung grundlegend veränderte.

Ein besonderes Kapitel eröffnen zudem Christo und Jeanne-Claude. Ihre Vorstudie zu The Gates, jenem temporären Projekt im New Yorker Central Park, erinnert an eines der spektakulärsten Kunstereignisse der frühen 2000er-Jahre. Mehr als 7.500 orangefarbene Tore verwandelten den Park 2005 für wenige Tage in eine begehbare Installation – geblieben sind Zeichnungen, Collagen und Entwürfe, die den Entstehungsprozess dokumentieren.

Dazu kommen Positionen der Nachkriegs- und Gegenwartskunst: die leuchtende Farbigkeit von Sam Francis, die skulpturalen Arbeiten von Tony Cragg, Fluxus-Positionen rund um Robert Filliou oder Materialexperimente von Anselm Reyle. Insgesamt umfassen die Juni-Auktionen rund 310 Werke – und geben damit einen spannenden Einblick in jene Kunst, die derzeit ihren Weg auf den Markt findet.

Vielleicht liegt genau darin die besondere Qualität solcher Auktionen: weniger als gesellschaftliches Ereignis, sondern vielmehr als konzentrierter Überblick darüber, welche Werke verfügbar werden, welche Künstler gefragt sind – und welche Geschichten der Kunstmarkt gerade erzählt.

11. Juni 2026 | Evening Sale
Auktion 345 | Moderne Kunst, Post-War & Contemporary Art
zum Onlinekatalog

12. Juni 2026 | Day Sale
Auktion 346 | Moderne Kunst
zum Onlinekatalog


Nichts mehr verpassen – wir halten Sie auf dem Laufenden!

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.