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Mit skulpturalen Silhouetten, glänzendem Leder und einer gehörigen Portion Theatralik schreibt das Londoner Schuhlabel Lili Curia seine Geschichte fort. Die Herbst-/Winterkollektion 2026 setzt auf vertraute Modelle in neuen Proportionen und beweist, dass manchmal schon kleine Veränderungen für einen großen Auftritt genügen.

Als wir Lili Curia im vergangenen Jahr erstmals vorstellten, war schnell klar: Diese Schuhe sind nicht dafür gemacht, sich im Hintergrund zu halten. Das junge Londoner Label hat ein Faible für dramatische Silhouetten, eigenwillige Details und jene subtile Extravaganz, die aus einem alltäglichen Accessoire ein kleines Kunstwerk macht. Mit der Herbst-/Winterkollektion 2026, die unter dem Titel ​„Act I“ erscheint, führt Lili Curia diese Idee nun konsequent weiter. Statt sich neu zu erfinden, entwickelt die Marke ihre charakteristischen Entwürfe weiter und verleiht ihnen neue Facetten.

Vertraute Formen, neue Proportionen

Im Mittelpunkt steht einmal mehr der Isadora Lace-up Boot, dessen markante Schnürung und selbstbewusste Silhouette längst zur gestalterischen Handschrift von Lili Curia gehören. Für die neue Saison bekommt das Modell Gesellschaft: Eine knöchelhohe Variante interpretiert den Entwurf in kompakteren Proportionen, während der Isadora Sneaker die Formensprache in sportlicheres Terrain überträgt. Eine neue Familie skulpturaler Plateaustiefel treibt das Spiel mit Höhe und Volumen noch weiter.

Auch zwei bekannte Modelle kehren zurück: der Babette Pump und der Frances Penny Loafer. Gemeinsam mit den Neuheiten entsteht eine Kollektion, die zwischen klassischer Schuhmacherkunst und experimenteller Formgebung changiert, ohne ihren charakteristischen Stil aus den Augen zu verlieren.

Leder mit Charakter

Zurückhaltung zeigt sich allenfalls in der Farbpalette. Glattes schwarzes Nappaleder trifft auf hochglänzendes Naplakleder mit bewusst knittriger Oberfläche, das in tiefem Ochsenblutrot und sanften Buttertönen erscheint. Gerade diese Materialkontraste verleihen den vertrauten Silhouetten eine neue Wirkung: Mal wirken sie streng und beinahe uniformhaft, dann wieder weich, opulent oder überraschend verspielt. Es sind weniger radikale Veränderungen als gezielte Verschiebungen, mit denen Lili Curia die Grenzen zwischen zeitloser Eleganz und modischem Eigensinn auslotet.

Das Theater des Alltäglichen

Dass bei Lili Curia nicht nur die Schuhe selbst, sondern auch ihre Inszenierung eine wesentliche Rolle spielt, zeigt die begleitende Kampagne von Fotografin Sophia French. Malerische Stillleben wechseln sich mit subtil surrealen Porträts ab. Podeste und Plattformen werden zu Bühnen, Rauchschwaden und Schatten erzeugen eine fast filmische Atmosphäre. Ein einzelnes Model bewegt sich durch die Szenerien, bevor es die Aufmerksamkeit wieder den eigentlichen Protagonisten überlässt: den Schuhen.

Die Bildsprache greift damit auf, was die Marke seit ihren Anfängen beschäftigt: das Theater des Alltäglichen. Vertraute Gegenstände erhalten durch kleine Veränderungen in Form, Material und Kontext eine neue Identität. Ein Schnürstiefel wird zur Skulptur, ein klassischer Pump zum Charakterdarsteller. Und der Schuh selbst zum Ausgangspunkt einer Geschichte, die mit jedem neuen Entwurf weitererzählt wird.


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