Mailand hat diese Saison etwas sehr Italienisches gemacht: keine Revolution ausgerufen – und trotzdem alles unter Kontrolle gehabt. Diese Stadt funktioniert anders als der Rest: Hier geht es um Markt, um Handwerk auf höchstem Niveau, um globale Relevanz. Mailand denkt international – und produziert entsprechend.
Während London von Reibung lebt und Berlin von Perspektive, setzt Mailand auf Autorität. Die AW26-Saison war ein Lehrstück darüber, wie sehr diese Stadt weiß, was sie kann. Silhouette, Stoff, Selbstbewusstsein. Weniger Diskurs, mehr Präzision.
Diese sieben Shows zeigen, warum Mailand weiterhin den Ton angibt
Gucci
Als Show, auf die alle gewartet haben, stand Gucci spürbar unter Beobachtung. Demnas Runway-Debut beim italienischen Haus balancierte zwischen maximalistischen Codes, klareren Linien und 2000er-Nostalgie.
Mailand ist kein Ort für Unsicherheit. Hier wird erwartet, dass ein Haus weiß, wofür es steht. Gucci sucht noch – aber genau diese Suche macht die aktuelle Phase interessant.
Bottega Veneta
Bottega Veneta bleibt eine Marke, deren herausragende Qualität ihre Relevanz rechtfertigt. AW26 wirkte kontrolliert, fast streng. Volumen in den Mänteln, klare Linien, Leder in unerwarteten Konstruktionen.
Louise Trotter beweist setzt diese Saison auf Brutalismus, eine Stilrichtung, die hervorragend mit ihrer Version von Bottega harmoniert.
Prada
Miucci Prada und Raf Simons denken Mode analytisch. AW26 zeigte eine Auseinandersetzung mit Weiblichkeit und Uniform, mit Konstruktion und Reduktion.
Prada wirkt selten emotional im klassischen Sinn. Die Kraft liegt im Konzept – und in der Fähigkeit, Silhouetten so zu verschieben, dass sie plötzlich neu wirken.
Fendi
Für ihre erste Show als Kreativdirektorin bringt Maria Grazia Chiuri ihre typischen Motive zurück zu Fendi: tragbare Linien, klare Silhoutten und große Statements (”Less I, more us”).
Die Mode haut uns (noch) nicht aus den Socken, die Accessoires – allen voran die ikonische Baguette Bag – ziehen jedoch bereits alle Blicke auf sich.
Marni
Meryll Rogge brachte Energie für ihr Debüt bei Marni. Starke Farben, überzeichnete Proportionen, ein fast malerischer Umgang mit Stoff.
Zwischen all der Mailänder Kontrolle war das ein bewusst gesetzter Kontrast, der den Bohème-Spirit der Marke wieder aufleben ließ.
Giorgio Armani
Armani bleibt Armani, auch nach dem Ableben seines Gründers. Fließende Stoffe, zurückhaltende Farbpalette, makellose Schnitte.
In einer Zeit, in der viele Häuser nach Aufmerksamkeit suchen, wirkt diese Konstanz fast provokant. Armani zeigt, dass Modernität nicht immer laut sein muss.
Sportmax
Eine Brand, die jedem Modeliebhaber mittlerweile ein Begriff sein sollte: Sportmax zeigte eine der klarsten Kollektionen der Woche. Schlanke Linien, reduzierte Farbigkeit, moderne Proportionen.
Das ist Mailand in seiner pragmatischen Form: Mode für reale Leben, ohne auf Anspruch zu verzichten.
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