DEDON, ClassiCon, Garpa und Paolelli zeigten in Mailand, wie vielfältig Outdoor-Living heute gedacht wird – von atmosphärischem Geflecht bis zu weich geformtem Beton.
Die Milan Design Week 2026 rückte den Außenraum stärker in den Fokus. Vier Marken zeigten, wohin sich Outdoor-Möbel bewegen: DEDON denkt Outdoor als Atmosphäre, ClassiCon übersetzt Designklassiker ins Freie, Garpa verbindet Textil und Struktur, während Paolelli Beton überraschend leicht und zugänglich wirken lässt.
DEDON: Zwischen Tag und Abend
DEDON zeigt mit seiner neuen Präsentation „The Hours Between“, wie sich Outdoor-Living jenseits klassischer Möbel denken lässt. Im Fokus stehen nicht einzelne Stücke, sondern die Übergänge – diese ruhigen Momente zwischen Tag und Abend, in denen Räume ihre Wirkung verändern.
Neue modulare Systeme treffen auf Weiterentwicklungen bestehender Kollektionen, unter anderem von Stephen Burks, Sebastian Herkner sowie Barber Osgerby. Statt klarer Neuheiten geht es um Kontinuität und Verfeinerung.
Auffällig ist vor allem der Umgang mit Material. Geflecht, Textilien und strukturierte Oberflächen werden so kombiniert, dass Tiefe entsteht, ohne sich aufzudrängen. Outdoor wird hier nicht als Funktion verstanden, sondern als Atmosphäre.
ClassiCon: Klassiker im Freien
ClassiCon erweitert sein Portfolio um Outdoor-Varianten bekannter Entwürfe. Stücke von Konstantin Grcic, Sebastian Herkner und Herzog & de Meuron wurden dafür materialseitig angepasst – mit Stahl, Marmor, Kork und Robinie.
Der Ansatz ist naheliegend, aber konsequent umgesetzt: Bestehende Designs bleiben formal unverändert und werden so übersetzt, dass sie auch im Außenraum funktionieren.
Outdoor wirkt hier weniger inszeniert als bei anderen Marken, dafür präzise und reduziert – Möbel, die auch draußen ihre architektonische Klarheit behalten.
Garpa: Textil trifft Struktur
Garpa zeigt neue Ansätze im Outdoor-Bereich über Material und Oberfläche. Gemeinsam mit Bodo Sperlein entstehen Textilien, die Bewegung und Struktur ins Spiel bringen – von fließenden, fast wellenartigen Mustern bis zu ruhigeren, linearen Geweben.
Ergänzt wird das durch die Sitzmöbelserie „Arcus“, bei der Betonstein auf Teakholz trifft. Trotz des massiven Materials wirken die Formen überraschend leicht.
Interessant ist vor allem das Zusammenspiel: weiche Textilien und klare, fast architektonische Elemente, die zusammen einen ruhigeren, materielleren Zugang zu Outdoor zeigen.
Paolelli: Beton bekommt weiche Kanten
Paolelli Outdoor zeigte erstmals am Salone, wie vielseitig sich Beton im Außenbereich einsetzen lässt. Pflanzgefäße, Tische und Objekte wirken dabei überraschend leicht – auch, weil neue Materialmischungen das Gewicht deutlich reduzieren.
Besonders präsent war die Kollektion „Sassi“ von Paola Navone. Statt harter Kanten dominieren weiche, fast spielerische Formen. Hocker, Tische und Gefäße erinnern eher an Steine, die über Jahre geschliffen wurden, als an klassisches Betonmöbel.
Genau darin liegt der Reiz: Das Material verliert seine Strenge und wird zugänglich. Oberflächen bleiben bewusst lebendig, Farben greifen mineralische Töne auf, jedes Stück wirkt leicht unterschiedlich.
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