Wie immer endet der Modemonat in Paris. Und wie immer wird klar, wo die Saison wirklich entschieden wurde. Nicht weil hier zwangsläufig die radikalsten Ideen entstehen – sondern weil Paris sie am überzeugendsten inszeniert.
AW26 hat genau das gezeigt. Die großen Häuser präsentierten Kollektionen mit enormer Kontrolle über Bild, Silhouette und Wirkung. Gleichzeitig tauchten zwischen den etablierten Namen junge Stimmen auf, die den Pariser Kalender offener wirken lassen als noch vor wenigen Jahren.
Acht Shows zeigen, warum Paris weiterhin das Zentrum der Mode ist.
Christian Dior
Dior bleibt ein Haus, das permanent mit seinem eigenen Archiv arbeitet. Auch AW26 griff historische Codes auf – Tailoring, strukturierte Mäntel, feminine Silhouetten – und übersetzte sie mit Jonathan Andersons verspielter Handschrift in eine moderne Garderobe.
Der Balanceakt zwischen Tradition und Gegenwart ist in Paris besonders sichtbar. Dior zeigt, wie stark ein Modehaus sein kann, wenn es seine Geschichte nicht versteckt, sondern aktiv weiterentwickelt.
Chanel
Chanel gehört zu den Häusern, bei denen jede Kollektion automatisch unter Beobachtung steht. AW26 blieb dem klassischen Chanel-Kosmos treu: Tweed, klare Linien, Schwarz-Weiß-Kontraste.
Unter der Leitung von Mathieu Blazy funktioniert diese Kontinuität endlich wieder. Chanel verändert sich langsam – aber bewusst. Die Kollektion wirkte wie eine präzise Weiterentwicklung eines Codes, der weltweit verstanden wird.
Loewe
Loewe bleibt trotz neuer kreativer Leitung eines der spannendsten Häuser im Pariser Kalender. Die AW26-Kollektion spielt mit skulpturalen Formen, surrealen Proportionen und unerwarteten Materialkombinationen.
Mode wird hier fast wie ein Kunstobjekt gedacht. Silhouetten wirken verdreht, überzeichnet oder bewusst irritierend. Genau diese Mischung aus Intellekt und Handwerk macht Loewe derzeit zu einem der einflussreichsten Häuser der Saison.
Tom Ford
Haider Ackermann bringt als Kreativdirektor bei Tom Ford Glamour zurück auf den Laufsteg. Samt, glänzende Stoffe, präzise Eveningwear – die Kollektion erinnert an Fords verführerische Ästhetik bei Gucci in den frühen 2000ern, aber erwachsener und punktgenau für den gegenwärtigen Moment.
Zwischen all den konzeptionellen Shows der Saison wirkte dieser Ansatz fast klassisch. Und genau deshalb funktioniert er auch.
Louis Vuitton
Louis Vuitton ist eines der wenigen Häuser, das eine Show wie ein kulturelles Ereignis inszenieren kann. AW26 kombiniert futuristische Silhouetten mit historischen Referenzen.
Die Kollektion wirkt ambitioniert, fast filmisch. Genau solche Inszenierungen definieren den Pariser Kalender und zeigen, dass Nicolas Ghesquière noch immer Mut zum Design hat.
Saint Laurent
Saint Laurent präsentierte wie immer eine der stärksten Shows der Woche. Die Kollektion setzt auf extreme Klarheit: schmale Silhouetten, dunkle Farbpalette, präzise Schnitte.
Anthony Vaccarellos YSL ist Mode ohne dekorative Ablenkung. Genau diese Strenge macht die Brand seit Jahren so überzeugend.
Miu Miu
Miu Miu bleibt eine der Marken, die Trends tatsächlich auslösen. AW26 spielt mit Schuluniform-Codes, Layering und bewusst unperfekten Proportionen.
Die Looks wirken spontan – sind aber präzise konstruiert. Kaum ein Label versteht derzeit besser, wie Mode kulturelle Dynamik erzeugen kann.
Niccolò Pasqualetti
Zwischen all den großen Häusern zeigt Niccolò Pasqualetti, dass Paris weiterhin Raum für neue Designer bietet. Seine Kollektion arbeitet mit dekonstruierten Silhouetten und ungewöhnlichen Proportionen.
Gerade diese kleineren Shows halten den Kalender lebendig – und verhindern, dass Paris ausschließlich von Luxusgiganten dominiert wird.
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