Wenn am 17. Oktober 2026 auf der Île Seguin bei Paris Large – Cultures contemporaines seine Türen öffnet, beginnt für einen der bedeutendsten Industriestandorte Frankreichs ein neues Kapitel. Wo über Jahrzehnte die Renault-Werke das Bild der Seine-Insel prägten, entsteht ein Zentrum für zeitgenössische Kunst, das Vergangenheit und Gegenwart bewusst miteinander verbindet.
Initiiert von der Groupe Emerige und ihrem Präsidenten Laurent Dumas versteht sich Large als offenes Haus für die zeitgenössische französische Kunst. Das von den Pritzker-Preisträgern RCR Arquitectes gemeinsam mit dem Architekturbüro CALQ entworfene Gebäude umfasst rund 5.000 Quadratmeter, davon 2.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Zugleich wird mit der Eröffnung erstmals seit mehr als einem Jahrhundert ein bedeutender Teil der Île Seguin wieder öffentlich zugänglich.
Den Auftakt gestaltet die international renommierte Kuratorin Cecilia Alemani mit der Ausstellung Imaginary Engine – From Masterpieces of the Collection Renault to Artists of Today, die bis zum 7. März 2027 zu sehen sein wird. Gemeinsam mit dem Fonds Renault pour l’Art et la Culture schlägt sie eine Brücke zwischen der industriellen Vergangenheit des Ortes und der Gegenwartskunst.
Historische Werke von Künstlern wie Victor Vasarely, Jean Dubuffet, Jean Tinguely oder Robert Doisneau treten dabei in einen Dialog mit eigens für die Ausstellung entstandenen Arbeiten zeitgenössischer Positionen, darunter Théo Mercier, Sara Sadik, Clément Cogitore, Bertrand Lavier oder Oliver Beer. In fünf thematischen Kapiteln untersucht die Ausstellung das Verhältnis von Mensch und Maschine sowie den Einfluss von Industrie, Technologie und Mobilität auf unsere Gesellschaft.
Auch architektonisch setzt Large auf neue Perspektiven. Unterschiedliche Raumhöhen, bewusst geführte Blickachsen und natürliches Licht, das durch filigrane Aluminiumstrukturen gefiltert wird, machen den Rundgang selbst zu einem Teil des Ausstellungserlebnisses. Kunst soll hier nicht nur betrachtet, sondern räumlich erfahren werden.
Mit Large erhält Paris nicht einfach einen weiteren Ausstellungsort. Vielmehr entsteht ein kultureller Treffpunkt, der Kunst, Architektur und Stadtentwicklung miteinander verbindet und einem historisch bedeutenden Ort eine neue Identität verleiht. Die Eröffnung dürfte damit schon jetzt zu den spannendsten kulturellen Ereignissen des Herbstes 2026 zählen.
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