Wie die neue Poliform-Kollektion die Grenzen zwischen Wohnen, Rückzug und Outdoor-Living verschwimmen lässt.
Man braucht zwar keinen Palazzo in Mailand, damit die neue Kollektion von Poliform so zur Geltung kommt, wie es ihr gebührt. Aber es hilft. Zwischen großzügigen Räumen und beeindruckender Architektur wird schnell deutlich, worum es bei den neuen Entwürfen tatsächlich geht: nicht um einzelne Möbelstücke, sondern um die Frage, wie wir heute wohnen möchten.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung am Sofa „Savoy“ von Jean-Marie Massaud, am Outdoor-System „Shore“ sowie am Bett „Lanai“ von Yabu Pushelberg. Stellvertretend für zahlreiche weitere Entwürfe zeigen sie, wie sehr sich die Grenzen zwischen Wohnen, Rückzug und Outdoor-Living inzwischen verschieben. Möbel definieren nicht länger nur Funktionen, sondern ganze Lebensräume.
Die neue Kollektion umfasst jedoch weit mehr als einzelne Solitäre. Von Wohn- und Schlafmöbeln über Outdoor-Lösungen bis hin zu ergänzenden Einrichtungselementen zieht sich ein gemeinsamer Gedanke durch die Entwürfe: Komfort, Materialität und Architektur werden nicht getrennt gedacht, sondern zu einem ganzheitlichen Wohnkonzept verbunden. Die Möbel stehen dabei nicht isoliert im Raum, sondern treten miteinander in Beziehung und schaffen unterschiedliche Atmosphären für die verschiedenen Bereiche des Hauses.
Während „Savoy“ die Architektur des Wohnens thematisiert, richtet „Shore“ den Blick nach außen. Ebenfalls von Jean-Marie Massaud entworfen, versteht sich das Outdoor-System als Einladung, den Außenraum als selbstverständliche Erweiterung des Hauses zu begreifen. Die geschwungene Silhouette erinnert an eine Muschel, die Schutz bietet und gleichzeitig Licht und Luft durchlässt. Die handgeflochtene Seilkonstruktion greift die Bewegung von Wellen auf und verleiht dem Entwurf eine natürliche Leichtigkeit. „Shore“ sucht nicht die Abgrenzung zur Landschaft, sondern ihre Integration. Das Sofa wirkt wie ein Element, das sich selbstverständlich in seine Umgebung einfügt und zugleich einen Ort der Ruhe schafft.
Auch das Bett „Lanai“ von Yabu Pushelberg folgt diesem Gedanken. Die Designer verstehen das Schlafzimmer nicht länger als Raum, der ausschließlich dem Schlaf vorbehalten ist. Stattdessen entsteht ein Rückzugsort, der über den gesamten Tag hinweg genutzt werden kann. Mit modularen Elementen, integrierten Ablagen und großzügigen Polsterungen entwickelt Lanai die Idee des Bettes weiter. Die einzelnen Komponenten schichten sich wie eine Landschaft um den Schlafbereich und schaffen Zonen für Entspannung, Lesen oder den bewussten Rückzug vom Alltag.
Was „Savoy“, „Shore“ und „Lanai“ verbindet, ist weniger eine gemeinsame Formensprache als ein ähnliches Verständnis von Wohnen. Die Entwürfe reagieren auf veränderte Lebensgewohnheiten, in denen Räume zunehmend mehrere Funktionen übernehmen und die Grenzen zwischen Innen und Außen, Aktivität und Erholung, Arbeiten und Entspannen fließender werden.
Die interessantesten Möbel der neuen Poliform-Kollektion wollen deshalb nicht allein betrachtet werden. Sie entfalten ihre Wirkung im Zusammenspiel mit dem Raum und den Menschen, die ihn nutzen.
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