Mit der groß angelegten Ausstellung „Schiaparelli: Fashion Becomes Art“ rückt das Victoria & Albert Museum eine der radikalsten Stimmen der Modegeschichte ins Zentrum – und ganz in der Nähe übersetzt The Kensington diese Perspektive in ein durchkomponiertes Hotelerlebnis. Was entsteht, ist mehr als ein klassisches Kulturarrangement: Es ist eine präzise inszenierte Verbindung von Ausstellung, Hospitality und kulinarischer Interpretation.
Ab dem 28. März zeigt das V&A South Kensington erstmals in Großbritannien eine umfassende Schau zu Elsa Schiaparelli. Über 200 Exponate zeichnen den Weg der Designerin von ihren surrealistischen Anfängen bis zur Gegenwart unter Daniel Roseberry nach. Ikonische Stücke wie das „Skeleton Dress“ oder das „Tears Dress“, entstanden in Zusammenarbeit mit Salvador Dalí, stehen dabei exemplarisch für den engen Dialog zwischen Mode und Kunst, den Schiaparelli früh etabliert hat.
Das Hotel als Erweiterung der Ausstellung
Nur wenige Schritte entfernt greift The Kensington diesen Dialog auf – nicht als Dekoration, sondern als kuratierte Erfahrung. Das eigens entwickelte V&A Experience Package kombiniert eine Übernachtung mit Ausstellungstickets, einem klassischen Townhouse-Frühstück und einem inszenierten Afternoon Tea. Ergänzt wird das Arrangement durch den Ausstellungskatalog, der bereits beim Check-in im Zimmer bereitliegt.
Interessant ist dabei weniger die Idee an sich als deren Umsetzung: Das Hotel versteht sich nicht als begleitende Unterkunft, sondern als zweite Bühne, auf der sich die Motive der Ausstellung in Material, Form und Geschmack fortsetzen.
Wenn Mode serviert wird
Im Drawing Room wird aus Afternoon Tea eine Art begehbares Stillleben. Unter dem Titel „Fashion Becomes Tea“ übersetzen die Pâtissiers zentrale Codes des Hauses Schiaparelli in essbare Miniaturen. Ein karamellisierter Choux in Form eines Schuhs, ein Parfum-Flakon aus Ruby-Schokolade oder ein präzise gearbeitetes Törtchen, das an ein Atelier erinnert – jedes Element bewegt sich zwischen Zitat und Interpretation.
Auch die Inszenierung folgt diesem Ansatz: Menükarten aus perlmuttfarbenem Papier, gelaserte Maskenformen, illustrative Motive. Der klassische Tea-Service bleibt erkennbar, wird aber subtil verfremdet.
Surrealismus im Glas
Parallel dazu entwickelt die Bar des Hauses eine Cocktailkarte, die mit Wahrnehmung spielt. Drinks erscheinen klar, schmecken aber komplex; Farben wirken künstlich, sind jedoch präzise komponiert. Namen wie „Trompe‑l’Œil“ oder „Glass of Water“ verweisen bewusst auf Täuschung und Erwartung – ein Prinzip, das bereits Schiaparellis Entwürfe geprägt hat.
London als Bühne für Modekultur
Das Zusammenspiel aus Ausstellung und Hotel zeigt, wie sich kulturelle Inhalte heute erweitern lassen. Nicht als Event im klassischen Sinn, sondern als fein abgestimmtes Narrativ über mehrere Orte hinweg. The Kensington positioniert sich damit weniger als luxuriöser Ausgangspunkt für Museumsbesuche, sondern als integraler Teil einer kuratierten Erfahrung.
Oder anders formuliert: Schiaparelli wird in London nicht nur gezeigt – sie wird erlebbar gemacht.
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