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Vom profanen Stadtbummel zur sinnlichen Entdeckungsreise – das Künstlerduo Sculpture Nomad hinterlässt von Australien bis Taiwan in Holz, Metall und Stein gefasst archaische Spuren.

Katharina Mörth und Arijel Štrukelj formen mit ihren Arbeiten nicht nur Skulpturen, sie schaffen neue Realitäten. Ihre Kunst? Ein Drahtseilakt zwischen Architektur und Philosophie – geformte Poesie im urbanen Raum. Ihre Werke verwandeln Betonplätze in begehbare Dialoge – mal flirrt Stahl im Sonnenlicht, mal locken organische Steinformationen zum Berühren. Wir bauen Galerien im Stadtraum, die man begehen kann“, so das Duo. Kein Wunder, dass ihre Arbeiten in 22 Ländern stehen: mal als leuchtende Objekte über Plätzen, mal als schwingende Holzskulpturen in Parks, die Wind und Besucher gleichermaßen bespielen.

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Arijel Strukelj, Laura Sperl & Katharina Mörth ©
Mit Eichenholz, Tra­vertin und Solartechnik verbinden wir Tradition mit Innovation – jedes Unikat wirkt als Impulsgeber für nachhaltige Veränderung.” Katharina Mörth & Arijel Štrukelj

Momente und Monumente

Sculpture Nomad sind aktuell mit 79 Skulpturen auf sechs Kontinenten im urbanen Raum vertreten. Ihre dauerhaften Installationen verschmelzen lokale Materialien wie Travertin aus dem Iran oder saudischen Marmor mit internationaler Ästhetik. In Lindern, Teheran oder Baku schaffen die Interventionen von Sculpture Nomad Brücken zwischen Kulturen, während Monumente wie das 3 Meter hohe Fiore della memoria“ (2024) aus italienischem Travertin und Cortenstahl die NS-Vergangenheit aufarbeitet. Besonders eindrücklich: die Zusammenarbeit im burkinischen Skulpturenpark Laongo, der an Christoph Schlingensiefs Operndorf grenzt. Hier entstanden Shields for Africa“ und Fruit de la Vie“ direkt im Granitfels – symbiotische Dialoge zwischen afrika­nischer Tradition und europäischer Konzeptkunst. Auch Pandemie-Gedenken findet skulpturale Form: Tension of Life IV (2021) in Cavriglia/​Italien setzt mit schroffen Steinspalten den Opfern ein Denkmal, ähnlich Gómez Plateros ökologischem Mahnmal in Uruguay. 

Recycling als Corporate Art

Katharina Mörth formt dabei nicht nur Skulpturen, sondern erlebbare Kunst: Von der Mitarbeit an Erwin Wurms ikonischem Fat Car bis zur Modenschau für Metallobjekte in Tschechien – wo andere trennen, verbindet sie Disziplinen. In Bochum entwarfen Sculpture Nomad mit Landschaftsarchitekten spielbare Sitzskulpturen und Insektenhotels, die Design mit Ökologie verschmelzen. Aktuell verwandeln sie mehr als 20 Tonnen schwere, alte Eisenbahnschienen entlang eines Radwegs in skulpturale Wegmarken – Recycling als Corporate Art. Ob Performance, Urban Design oder nachhaltige Architektur: Hier wird Kunst zum Teamwork, das klassische Genregrenzen sprengen will und soll. Während Sculpture Nomad als Duo Brücken zwischen Disziplinen schlägt, pflegen Mörth und Štrukelj auch eigene künstlerische Dialekte: Arijels Serie Industrie Standards“ macht aus Stahlrohren – sonst unsichtbare Alltagshelden der Infrastruktur – dynamische Skulpturen, die Präzision mit organischer Wildheit vereinen. Parallel dazu spinnt Katharina Mörth mit ihrer Flowers“-Serie Stahl in blütenzarte Gebilde, deren changierende Lacke Vergänglichkeit im Metall verewigen.

Beide Ansätze spiegeln das Duo-Prinzip: Hier schmiedet einer Rohre zu poe­tischen Strudeln, dort blüht Stahl zu fragilen Dauerblüten auf. Unterschiedliche Formensprachen, vereint im Credo, Industriematerialien neu zu beseelen – mal als Hommage an versteckte Lebensadern der Zivilisation, mal als Statement für nachhaltige Schönheit.

Kunstevents im Überblick

Deutschland
Skulpturenweg Freilassing
bis 30. September 2025

Slowenien
Majski Salon, Ptuj
bis 6. Juni 2025

Tschechien
Art in the City, Budweis
bis 30. September 2025

Österreich
Internationales Bildhauersymposium, Krastal
bis 3. August 2025

sculpturenomad​.com


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