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Mit The Völkers House steigt Christian Völkers erstmals selbst ins Hotelgeschäft ein. Gemeinsam mit seiner Frau Ninon hat der Gründer von Engel & Völkers auf Mallorca ein Country Estate geschaffen – mit 15 Suiten, 28 Hektar Land und Architektur von Richard Meier.

Mallorca mangelt es nicht an neuen Hotels. Dieses Opening fällt dennoch aus dem üblichen Raster. Denn wenn jemand beurteilen kann, was ein außergewöhnliches Haus braucht, dann vermutlich ein Mann, dessen Geschäft seit Jahrzehnten von Architektur und dem berühmten Dreiklang Lage, Lage, Lage“ bestimmt wird. Mit The Völkers House wechselt Christian Völkers nun die Perspektive: Gemeinsam mit seiner Frau Ninon wird der Immobilienunternehmer erstmals selbst zum Gastgeber.

Der Standort überrascht dabei wenig. Zwischen Campos und Santanyí, im ländlicheren Südosten Mallorcas, erstreckt sich das Anwesen über 28 Hektar. Gerade einmal 15 Suiten verteilen sich auf vier Häuser, jeweils mit eigenem Garten. Viel Platz für wenige Gäste ist hier also nicht nur ein Versprechen, sondern zunächst eine ziemlich einfache Rechnung.

Für die Architektur holten Christian und Ninon Völkers Richard Meier nach Mallorca. Der amerikanische Pritzker-Preisträger gehört zu den prägenden Architekten der Moderne und ist für klare Geometrien, den Umgang mit Licht und offene Raumfolgen bekannt. Entsprechend geht es auch hier nicht darum, traditionelle mallorquinische Architektur zu kopieren. Meiers Formensprache trifft vielmehr auf eine Landschaft aus Feldern, Hügeln und mediterraner Vegetation – ein Kontrast, der dem Projekt seine architektonische Eigenständigkeit gibt.

Doch The Völkers House hat noch eine zweite, zunächst unerwartete Seite. Argentinische Reit- und Polokultur spielt auf dem Anwesen eine zentrale Rolle. Zum Estate gehören ein Equestrian Centre, eine Tribüne mit Blick auf das Polofeld und nahezu 100 Pferde. Damit erinnert das Konzept tatsächlich stärker an ein klassisches Country Estate als an ein mediterranes Resort. Die argentinische Verbindung zieht sich auch durch die Kulinarik: Im Restaurant La Cancha treffen mediterrane Produkte auf lateinamerikanische Einflüsse. Kräuter und Gemüse stammen teilweise aus dem eigenen Garten, weitere Zutaten werden aus der Region bezogen.

Ergänzt wird das Angebot durch einen Spa, kuratiert von Celia Forner Venturi, Gründerin der Skincare-Marke ALLEVEN, sowie Sportangebote und individuell zusammengestellte Erlebnisse auf der Insel.

Spannend ist an The Völkers House deshalb weniger die Frage, ob Mallorca noch ein weiteres Hotel braucht. Interessanter ist, was entsteht, wenn jemand, der seit Jahrzehnten außergewöhnliche Häuser und ihre Lagen beurteilt, plötzlich selbst entscheidet, wie er Gäste empfangen möchte. Die Voraussetzungen hat Christian Völkers jedenfalls bemerkenswert gewählt: 28 Hektar Land, nur 15 Suiten, fast 100 Pferde – und für das Haus einen Pritzker-Preisträger.

Bei der Lage hätte man von ihm schließlich auch nichts anderes erwartet.


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