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Nicht jede Luxusmarke verfügt über ein Archiv, das bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Noch seltener ist jedoch der Moment, in dem dieses Archiv selbst zur Quelle neuer Ideen wird. Genau das geschieht derzeit bei Tiffany & Co. Statt historische Entwürfe lediglich zu bewahren, lässt das New Yorker Traditionshaus sie in zeitgenössischer Uhrmacherkunst weiterleben. 

Eine aufwendig restaurierte historische Uhr und zwei neue Zeitmesser zeigen, wie Tiffany & Co. Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet.

Den eindrucksvollsten Blick in das uhrmacherische Erbe ermöglicht die astronomische Uhr, die Tiffany & Co. ursprünglich für die Weltausstellung in Chicago im Jahr 1893 fertigte. Das monumentale Meisterwerk mit seinen 21 Funktionen – die meisten davon astronomischer Natur – wurde 2025 vom Haus zurückerworben und in den Genfer Uhrmacherwerkstätten über einen Zeitraum von sieben Monaten sorgfältig restauriert. Seit Juli 2026 ist die Uhr im Flagship-Store The Landmark an der Fifth Avenue in New York zu sehen und erinnert zugleich an den 250. Jahrestag der Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Sie macht deutlich, dass Tiffany bereits Ende des 19. Jahrhunderts zu den innovativsten Namen der Uhrmacherei zählte.

Dass Tiffany sein gestalterisches Erbe jedoch nicht nur bewahrt, sondern kontinuierlich weiterentwickelt, zeigt die neue Eternity by Tiffany Enamel Clematis Watch. Inspiriert von den berühmten Jugendstil-Lampen der Tiffany Studios überträgt sie die florale Formensprache von Louis Comfort Tiffany auf ein außergewöhnliches Zifferblatt. Im Mittelpunkt stehen zwei der anspruchsvollsten Emailletechniken überhaupt – Plique-à-jour und Champlevé –, die heute nur noch von wenigen Spezialisten beherrscht werden. Mehr als 100 Arbeitsstunden fließen allein in die Fertigung des Zifferblatts, dessen transparente Clematis-Blüten scheinbar über einem funkelnden Hintergrund aus Diamanten schweben. Die Uhr verbindet damit die Kunst der Emaille mit Tiffanys jahrzehntelanger Expertise im Umgang mit Edelsteinen und erinnert zugleich an das gestalterische Erbe der Tiffany Studios.

Einen weiteren Aspekt seines gestalterischen Erbes greift Tiffany mit der Sixteen Stone Mother of Pearl Ruby Watch auf. Sie knüpft an das legendäre Schmuckmotiv an, das Jean Schlumberger 1959 für Tiffany entwarf, und entwickelt dessen charakteristische Gestaltung für die Uhrmacherei weiter. Im Mittelpunkt steht ein frei drehender Ring aus Rubinen, Diamanten und den ikonischen Kreuzstichmotiven aus Gelbgold, der bei jeder Bewegung des Handgelenks ein lebendiges Spiel aus Licht und Farbe entstehen lässt. Gleichzeitig erinnert die Uhr an historische Zeitmesser aus dem Tiffany-Archiv, in denen Rubine bereits im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eine wichtige gestalterische Rolle spielten.

So unterschiedlich diese drei Zeitmesser auch sind, sie folgen derselben Idee. Die astronomische Uhr bewahrt ein außergewöhnliches Kapitel der Tiffany-Uhrmacherei, die Clematis Watch lässt historische Handwerkstechniken neu aufleben und die Sixteen Stone Watch führt das gestalterische Vermächtnis Jean Schlumbergers fort. Gemeinsam zeigen sie, dass Tradition bei Tiffany & Co. kein statisches Archiv ist, sondern eine lebendige Inspirationsquelle.

Historische Meisterwerke, ikonische Entwürfe und beinahe vergessene Handwerkstechniken dienen dabei nicht als Vorlagen, sondern als Ausgangspunkt für neue Ideen. Gerade darin liegt die besondere Stärke des Hauses: Vergangenheit und Zukunft ticken hier im gleichen Rhythmus.


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