Mit Renaissance of the Real schlägt USM einen ganz anderen Ton an. Gemeinsam mit Snøhetta und der Künstlerin Annabelle Schneider entsteht eine Installation, die sich bewusst von der schnellen, digitalen Welt entfernt. Statt Reizen und Bildern geht es hier um das, was oft verloren geht: echte Präsenz.
Die Räume sind ruhig, reduziert und fast zurückgenommen gestaltet. Licht, Spiegelungen, Klang und Material greifen ineinander und schaffen eine Atmosphäre, die man nicht sofort versteht – sondern erst erlebt. Man bewegt sich langsamer, wird aufmerksamer für Details. Oberflächen, Reflexionen und Proportionen wirken nicht dekorativ, sondern lenken die Wahrnehmung ganz gezielt.
Das modulare System von USM bleibt im Kontrast zu Schneiders wolkenartiger Membrane dabei bewusst im Hintergrund. Es strukturiert den Raum, ohne sich in den Vordergrund zu drängen – und zeigt, wie flexibel es auch in einem sehr konzeptionellen Kontext funktionieren kann.
Die Installation wirkt fast wie ein Gegenpol zur Design Week selbst. Weniger laut, weniger visuell überladen – dafür konzentriert auf das, was Raum wirklich ausmacht. Gerade im Kontrast zur farbigen, verspielten Arbeit mit Kasing Lung zeigt sich hier eine zweite Qualität von USM: die Fähigkeit, sich komplett zurückzunehmen und Raum für Erfahrung zu lassen.
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