Mit „Glanzstücke“ präsentiert das MAK eine außergewöhnliche Ausstellung, die Haute Joaillerie von Van Cleef & Arpels mit Meisterwerken aus der eigenen Sammlung in Dialog setzt. Rund 500 Objekte erzählen von Design, Handwerk und der kulturellen Kraft von Schmuck.
Das MAK – Museum für angewandte Kunst widmet sich im Sommer 2026 einer besonderen Begegnung von Designgeschichte und Haute Joaillerie. Die Ausstellung „Glanzstücke. Van Cleef & Arpels High Jewelry × Masterpieces from the MAK Collection“ bringt erstmals ausgewählte Werke des Pariser Traditionshauses Van Cleef & Arpels mit ikonischen Objekten aus der umfangreichen Sammlung des Museums zusammen. Insgesamt rund 500 Exponate eröffnen dabei neue Perspektiven auf Schmuck, Kunsthandwerk und Design.
Das Projekt entstand aus einer engen Zusammenarbeit beider Institutionen und verfolgt ein klares Ziel: außergewöhnliche Handwerkskunst sichtbar zu machen und ihre Verbindung zu Architektur, Mode, Kunst und Design zu zeigen. Etwa 300 Stücke stammen aus der Patrimonial Collection von Van Cleef & Arpels, ergänzt durch rund 200 Objekte aus den Beständen des MAK – von historischen Textilien bis zu Entwürfen der Wiener Werkstätte.
Eine Reise durch sechs Themenwelten
Die Ausstellung ist in sechs Kapitel gegliedert: Fernweh, Architektur, Rhythmus, Bühne frei!, Metamorphose sowie Natur & Kosmos. Besucherinnen und Besucher bewegen sich dabei durch eine von Atelier Tsuyoshi Tane entworfene Szenografie, die als labyrinthartiger Parcours angelegt ist und überraschende Parallelen zwischen den unterschiedlichen Objekten sichtbar macht.
Zu den frühen Höhepunkten zählt etwa ein Modell der Segelyacht Varuna aus dem Jahr 1906, eine kunstvolle Kreation aus Gold, Silber und Jaspis von Van Cleef & Arpels. Dem gegenüber steht ein sogenannter Portugiesen-Teppich aus dem frühen 17. Jahrhundert aus der MAK-Sammlung – ein seltenes Beispiel zentralasiatischer Teppichkunst mit maritimen Motiven.
Ikonen der Schmuckgeschichte
Weitere zentrale Stücke der Ausstellung zeigen, wie innovativ Schmuckdesign sein kann. Dazu zählt etwa die Minaudière, ein raffiniert gestaltetes Accessoire aus den 1930er-Jahren, das persönliche Gegenstände in einer elegant strukturierten Innenarchitektur organisiert. Ebenso ikonisch ist das berühmte Zip-Collier, ein Collier, das sich in ein Armband verwandeln lässt – inspiriert von den Reißverschlüssen von Fliegeranzügen und erstmals in den 1950er-Jahren realisiert.
Auch Naturmotive spielen eine zentrale Rolle. Ein Blumenclip aus Chrysanthemen demonstriert die sogenannte Mystery-Set-Technik, bei der Edelsteine so gefasst werden, dass die Goldstruktur unsichtbar bleibt – eine Innovation, die Van Cleef & Arpels bereits in den 1930er-Jahren patentieren ließ.
Designgeschichte im Dialog
Die Gegenüberstellung von Schmuckkunst und angewandter Kunst macht sichtbar, wie stark sich unterschiedliche Disziplinen gegenseitig beeinflussen. Ob Wiener Werkstätte, historische Textilien oder avantgardistische Schmuckstücke – die Ausstellung spannt einen Bogen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
„Glanzstücke“ ist damit weniger klassische Schmuckschau als vielmehr eine Entdeckungsreise durch das gesamte Spektrum angewandter Kunst.
Die Ausstellung „Glanzstücke. Van Cleef & Arpels High Jewelry × Masterpieces from the MAK Collection“ ist vom 10. Juni bis 27. September 2026 im MAK in Wien zu sehen.
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