Das provenzalische Dorf unweit von Saint-Tropez weiß nicht nur mit mittelalterlichem Charme abseits der Massen zu überzeugen – auch eines der besten Hotels Frankreichs, La Réserve Ramatuelle, ist hier in den Hügeln versteckt.
Ihr Ruf eilt der Côte d’Azur voraus. Nizza, Cannes und Saint-Tropez zählen zu den beliebtesten Destinationen Europas – und werden dem Hype trotz des regulären Trubels auch gerecht. Wer die französische Riviera jedoch von ihrer ruhigeren Seite erleben möchte, richtet seinen Blick nach Ramatuelle, einem kleinen mittelalterlichen Dorf nahe der Bucht von Pampelonne, wo die Uhr noch langsamer zu ticken scheint.
Hier findet man nicht nur enge, geschwungene Gassen, ein charmantes Café und kleine lokal geführte Shops vor: Unweit vom Dorfzentrum wartet auch das Hotel La Réserve Ramatuelle mit genau der Art von Luxus auf, der die Atmosphäre dieses wunderbar friedlichen und unbeschreiblich schönen Ortes widerspiegelt.
Eingebettet in die saftig grüne, hügelige Landschaft entlang der Küste präsentiert sich das Hotel als gediegener Rückzugsort, der flüstert anstatt zu prahlen. Bei der Ankunft werden wir freundlich in der Lobby empfangen, die eher wie ein Wohnzimmer wirkt und mit atemberaubenden Blicken auf die umliegenden Wälder und das beinah kobaltblaue Meer punktet. Noch ist unser Zimmer nicht bereit, aber für uns ist bereits ein Tisch im Pool-Restaurant reserviert, wo wir zum Lunch erwartet werden. Wir entscheiden uns für Garnelen-Carpaccio, gefolgt von einer Goldbrasse mit Brokkolini und getrüffeltem Kartoffelpüree (ein Muss, jedes Mal wenn ich in Frankreich bin). Sofort steht fest: Das Mittelmeer zeigt sich hier von seiner schönsten Seite.
Nach einem schnellen Espresso (und einem zweiten Glas Bellini) checken wir in unsere Junior Suite ein, die mit jedem Komfort aufwartet, den man sich wünschen könnte. Nespresso-Maschine und Teebar? Check. Badezimmer mit freistehender Badewanne? Check. Ein Wohn- und Arbeitsbereich samt grüner privater Terrasse? Check und Check. Die Einrichtung verbindet europäische Moderne mit harmonischen Farbakzenten und ausgewählten Designermöbeln. Der Fernseher ist clever verspiegelt und in der Wand versteckt, auch ein Devialet-Lautsprecher und eine Auswahl an Büchern stehen bereit. Zur Begrüßung warten frische Madeleines, Obst und eine Flasche Rosé aus der Region auf uns. So lässt es sich leben.
Am Nachmittag haben wir einen Termin für eine Massage im Nescens Spa, das Treatments basierend auf der medizinischen Expertise des wissenschaftlich führenden Schweizer Cosmeceutical-Konzerns anbietet. Gänzlich entspannt machen wir uns für das Abendessen in La Brasserie fertig. Das Restaurant befindet sich im Haupthaus, hinter der Lobby, und begeistert nicht nur mit der Speisekarte von Küchenchef Eric Canino (mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet), sondern auch mit dem naturverbundenen Ambiente. Lobster Rolls, Guacamole, Lachs-Tatar, frische Hummer-Pasta und zartes Kalb mit Pilzen sorgen dafür, dass wir keinen Platz mehr für Dessert haben, also ziehen wir uns auf unsere Terrasse zurück, zünden eine Zigarre an und öffnen die Flasche Wein, ehe wir uns ins Bett verabschieden, wo seidene Schlafmasken auf uns warten. Am liebsten würde ich für immer bleiben.
Am nächsten Morgen geht’s direkt ab zum Frühstück, ebenfalls in La Brasserie serviert, wo alles auf der Karte steht, was das Herz begehrt – Dessertwagen inklusive. Anschließend besichtigen wir das Gelände inklusive der Villen, die über drei bis sechs Schlafzimmer verfügen und von einigen Stammgästen oft über den ganzen Sommer gebucht werden. Nach nur einem Tag an diesem besonderen Ort verstehe ich auch direkt weshalb. Die Villen, die den Luxus des Hotels mit dem Komfort eines gemütlichen Zuhauses verbinden, sind in die Pinienwälder eingebettet und bieten absolute Privatsphäre.
Zu Mittag haben wir einen Tisch im Beach Club La Réserve à La Plage am Strand von Pampelonne reserviert, wo ich die wohl besten Calamari Fritti meines Lebens genießen darf. Der absolute Hotspot wurde von Michel Reybier und Philippe Starck neu interpretiert und lockt neben kulinarischen Highlights von Nicolas Cantrel mit einem Strand, der einer Postkarte entsprungen sein könnte. An einem heißen Sommertag ist das bestimmt der Place-to-Be, aber noch ist das Wasser etwas zu kühl, um sich in die Fluten zu werfen, also bitten wir den Hotel-Shuttle, uns nach Saint-Tropez zu bringen.
Eine knappe halbe Stunde später schlendern wir bereits durch die pittoresken Straßen der weltberühmten Küstenstadt. Kein Wunder, dass Stars wie Beyoncé hier regelmäßig mit ihren Yachten Halt machen: Der Riviera-Charme der 60er zu Zeiten von Romy Schneider und Alain Delon trifft hier auf die neueste Resort-Mode von heute.
Zurück im Hotel ziehen wir uns für ein ganz besonderes Abendessen um: Heute haben wir nämlich eine Reservierung in La Voile, dem mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Fine-Dining-Restaurant des Hotels. Fünf Gänge, jeder davon ein absolutes Gedicht und wunderschön präsentiert, sorgen für den perfekten Abschluss eines ohnehin schon traumhaften Tages, und schon neigt sich ein weiterer Tag an einem der schönsten Orte der Welt dem Ende zu. Hab ich schon erwähnt, dass ich am liebsten für immer hier bleiben möchte?
Wie immer verfliegt die Zeit auf Reisen wie im Flug und plötzlich ist auch schon wieder der Tag der Abreise gekommen. Bis zum Check-Out haben wir aber noch einiges vor. Nach dem Frühstück wartet bereits der Personal Trainer des Hotels auf uns, um uns auf einen zweistündigen “Oxygenating Walk” entlang der Küste zu begleiten. Ich bin total erstaunt, wie naturbelassen die Umgebung hier trotz der zahlreichen Urlaubsdomizile ist. Als Liebhaber unberührter Natur bin ich begeistert, wie vielseitig die Landschaft hier ist. Was uns als Spaziergang präsentiert wurde, stellt sich eher als intensive Wanderung heraus, aber nach zwei Tagen nonstop Essen beschweren wir uns keineswegs. Wieder im Hotel angekommen erwartet uns noch eine Kontrasttherapie-Einheit im Spa – ein Saunagang gefolgt von einem Sprung in das Cold-Plunge-Becken. Okay, wir sind definitiv wach und erfrischt! Wehmütig packen wir unsere Koffer und checken aus unserer Junior Suite aus, die ich unendlich vermissen werde.
Da wir noch ein paar Stunden Zeit haben, bis wir uns auf den Weg zum Flughafen in Nizza machen müssen, nehmen wir nochmal den Hotel-Shuttle in Anspruch, um das Zentrum von Ramatuelle zu erkunden. Wir sind außerhalb der Hauptsaison hier und ich bin erstaunt, wie idyllisch dieser Ort tatsächlich ist. Die meisten der charmanten Shops sind während der Mittagspause sogar geschlossen und wir genießen die absolute Ruhe dieses mittelalterlichen Dörfchens. Drei Runden durch den Ortskern (Ramatuelle ist wirklich winzig) und einen Espresso später geben wir im Hotel Bescheid, dass wir bereit sind, unter Protest unsere Koffer zu holen und Richtung Heimat aufzubrechen. Einen Teil meines Herzens lass ich aber definitiv hier.
Nichts mehr verpassen – wir halten Sie auf dem Laufenden!
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.
Travel — Mai 2026
Vom Frauengefängnis zum Sehnsuchtsort
Wilmina Berlin
Travel — Mai 2026
Opening of the Week: Amoh Rhodos
Neues Resort zwischen Steinbruch und Ägäis
Travel — Mai 2026
Sommerurlaub in Tirol
Dein Guide für Aktivität, Kultur und Erholung
Travel — Mai 2026
Against the Season
Warum antizyklisches Reisen der neue Luxus ist
Travel — Mai 2026
Opening of the Week: Jadran Heritage Hotels in Poreč
Ein kleines Hotel mit grosser Geschichte
Travel — April 2026
Izmir statt Istanbul
Türkeiurlaub abseits der Touristenpfade