Was, wenn Weite nicht mit Platz zu tun hat – sondern mit Vorstellungskraft? Der französische Stardesigner Jacques Pierrejean entwirft Innenräume, die in Bewegung bleiben: Jets, Yachten, fliegende Skulpturen. Wie es gelingt, Technik in Emotion und Enge in Raumgefühl zu verwandeln – und warum Luxus viel mit Psychologie zu tun hat, verrät er im exklusiven Interview mit Signature.
Für Jacques Pierrejean sind Räume keine Fläche – sondern Atmosphäre. Seit Jahrzehnten gestaltet er mit seinem Studio PIERREJEAN VISION mobile Lebensräume zwischen Himmel, Wasser und Asphalt – vom Privatjet bis zur Superyacht. Sein Ansatz ist ebenso poetisch wie präzise: Er verbindet Technik mit Sinnlichkeit, Ergonomie mit Kunst, Bewegung mit Gefühl. Wer seine Entwürfe betritt, findet sich nicht einfach in einem Raum wieder – sondern in einer eigenen Welt. Im Gespräch verrät Pierrejean, warum gute Gestaltung psychologische Sicherheit geben kann, wie sich natürliche Referenzen in Hightech-Räume einschreiben – und weshalb jeder Flug ein wenig wie ein Theaterbesuch ist.
Herr Pierrejean, wie definieren Sie räumlichen Luxus in extrem begrenzter Umgebung?
JP: Luxus ist ein Gefühl – nicht die Größe eines Raumes. Beim Betreten eines Jets oder einer Yacht soll alles Vertraute verblassen. Der Raum soll überraschen, verblüffen, Emotionen wecken. Auf Yachten erlaubt das mehr Freiheit – Fensteröffnungen, Deckenhöhen, 3D-Ebenen. Im Flugzeug dagegen verlangt die Röhre radikale Kreativität. Der Unterschied liegt im Spielraum – das Ziel bleibt gleich: Einzigartigkeit zu kreieren.
„Luxus beginnt dort, wo unsere Erwartungen verblassen.“ – Jacques Pierrejean
Was macht das Raumgefühl Ihrer Entwürfe so besonders?
JP: Ich will Erwartungen auflösen. Kein „wie zu Hause“, kein „wie im Hotel“ – sondern ein neuer Anfang. Der erste Eindruck muss ein Wow-Moment sein. Alles beginnt mit einer bestimmten Stimmung.
Wie nutzen Sie die unterschiedlichen Bedingungen von Jet und Yacht?
JP: Eine Yacht lässt sich wie eine begehbare Skulptur modellieren – mit Ebenen, Durchblicken, Übergängen. Im Jet dagegen geht es um Präzision: Alles ist begrenzt, alles muss sitzen. Gerade das fordert unsere Kreativität – und macht Einschränkungen zu Innovationen.
Wie wird aus der Persönlichkeit eines Kunden ein Raum?
JP: Wir besuchen unsere Kundinnen und Kunden zu Hause. Wir wollen sehen, was sie umgibt, was sie berührt. Daraus entwickeln wir Skizzen, Farben, Materialien – bis der Raum zu einem Spiegel ihrer Identität wird. Es ist eine Übersetzung, kein Stil. Eine Raumskulptur, kein Standard.
Wie beeinflussen Nutzung und Kontext das Design?
JP: Ein Jet ist ein Arbeitsraum – konzentriert, sicher, funktional. Jedes Detail zählt: Schalter, Nähte, Materialien. Sie vermitteln Kontrolle und Vertrauen. Eine Yacht dagegen ist Emotion pur – Freizeit, Gesellschaft, Horizont. Hier verschmelzen Innen und Außen zu einem Erlebnis.
Welche sensorischen Strategien setzen Sie ein, um Ruhe und Geborgenheit zu erzeugen?
JP: Wir arbeiten wie Regisseure – mit Szenen, Stimmungen, Sequenzen. Licht, Klang, Haptik und Duft schaffen emotionale Räume. Blau für Weite, Holz für Wärme, Spiegel für Perspektivwechsel. Gerade in der Luft, wo viele Menschen Angst haben, helfen diese Reize, sich zu entspannen.
Wohin bewegt sich das Mobilitätsdesign der Zukunft?
JP: Wir haben an fliegenden Taxis und Raumkapseln gearbeitet – aber aktuell will die neue Kundengeneration vor allem eins: Platz. Unsere Antwort darauf sind Räume, die nicht nur Rückzug bieten, sondern Bewegung – Spa, Sport, Küche, Kommunikation. Auch wenn Serienfertigung und Kostendruck vieles standardisieren: Wir bleiben neugierig. Für uns ist Luxus die Freiheit, weiterzudenken.
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